Gartenpflege

Laub kompostieren: So verrottet Herbstlaub schnell zu Humus

Laub richtig kompostieren heißt: zerkleinern, mit Stickstoff mischen, feucht halten. Welche Baumarten schnell verrotten, welche Jahre brauchen und welches Laub in die Biotonne gehört.

Von Redaktion Gartenkunde · Veröffentlicht am 02. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

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Laub kompostieren: So verrottet Herbstlaub schnell zu Humus
Zusammengerechtes Herbstlaub wird zerkleinert und mit Grasschnitt geschichtet, damit es zu Humus verrottet.Bild: Dmitry Burdakov – Unsplash (Quelle)

Wer Laub richtig kompostieren will, zerkleinert es zuerst, mischt es mit stickstoffreichem Material wie Grasschnitt oder Hornspänen und hält den Haufen so feucht wie einen ausgedrückten Schwamm. Unter diesen Bedingungen ist ein gemischter Gartenkompost nach rund neun bis zwölf Monaten nutzbar, reiner Laubhumus braucht ein bis zwei Jahre, Eichen- und Walnusslaub oft länger.

Der häufigste Grund für einen Laubhaufen, der im Frühjahr noch genauso aussieht wie im November, ist trockenes, ganzes Laub ohne Stickstoffpartner. Daran lässt sich fast immer etwas ändern.

Laub kompostieren lohnt sich wegen der Struktur, kaum wegen der Nährstoffe

Herbstlaub enthält wenig Stickstoff. Die Bäume ziehen einen Teil der Nährstoffe vor dem Laubfall zurück in Holz und Wurzeln. Das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff (C/N) liegt bei Laub je nach Baumart etwa zwischen 30:1 und deutlich über 50:1. Mikroorganismen arbeiten am zügigsten, wenn das Ausgangsmaterial bei rund 25:1 bis 30:1 liegt. Daraus ergibt sich die wichtigste Regel: Laub braucht einen Stickstoffpartner, sonst geht es kaum voran.

Reiner Laubkompost wird überwiegend von Pilzen zersetzt und bleibt dabei kühl. Heraus kommt eine dunkle, krümelige Erde, die Gärtner Laubhumus oder Lauberde nennen. Als Dünger taugt sie wenig. Ihr Wert liegt woanders: Sie lockert schwere Böden, hält in Sandboden Wasser und eignet sich gesiebt als Beimischung für Aussaaterde, gerade weil sie nährstoffarm ist.

Laub mit Grasschnitt, Küchenabfällen und Staudenresten zusammen im normalen Komposthaufen ergibt dagegen einen nährstoffreicheren Gartenkompost. Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, wie viel Laub anfällt. Wenige Säcke verschwinden im Gartenkompost. Steht eine große Linde oder ein Ahorn im Garten, lohnt sich ein eigener Laubbehälter.

Welches Laub schnell verrottet und welches Jahre braucht

Die Baumart bestimmt die Dauer stärker als jede andere Stellschraube. Blätter mit viel Gerbstoff, dicker Wachsschicht oder festen Blattrippen bauen sich langsam ab.

Ungefähre Verrottungsdauer von reinem Laubkompost nach Baumart; zerkleinertes und gut befeuchtetes Laub verrottet schneller.
Ungefähre Verrottungsdauer von reinem Laubkompost nach Baumart; zerkleinertes und gut befeuchtetes Laub verrottet schneller.
BaumartVerrottungBesonderheit
Obstbäume, Linde, Hainbuche, Birke, Esche, Haseleher schnellweiche Blätter, problemlos im Gartenkompost
Ahornmittelzerkleinert deutlich schneller
BuchelangsamBlätter verkleben in dicken Schichten
Eiche, Platane, Rosskastaniesehr langsamgerbstoffreich oder ledrig, getrennt kompostieren
Walnusssehr langsamenthält Juglon, das Keimung hemmen kann, nur in kleinen Mengen beimischen oder separat lange reifen lassen
Nadeln von Kiefer, Fichtesehr langsamin größeren Mengen nur getrennt

Wer mehrere Baumarten im Garten hat, sammelt das langsame Laub in einem eigenen Behälter. Eichen- und Buchenlaub ergibt dort eine eher saure Erde, die sich zum Mulchen unter Rhododendren und Heidelbeeren eignet. Das schnelle Laub kommt in den normalen Kompost.

Behälter für Laub im Vergleich

Laub braucht Luft. Geschlossene Plastikkomposter mit kleinen Öffnungen sind für große Laubmengen deshalb wenig geeignet, während offene Gitterbehälter gut funktionieren. Die Preisordnung in der Tabelle ist relativ gemeint, die Preise schwanken je nach Größe und Material.

BehälterPreisordnungFassungsvermögenGeeignet für
Laubkorb aus Maschendraht, selbst gebautsehr günstigfrei wählbargroße Mengen, reiner Laubhumus
Holzlattenkomposter, offengünstig bis mittelmeist um einen Kubikmetergemischter Gartenkompost
Gelochte Säcke (Jute oder dunkle Folie)sehr günstigeinige Säckekleine Gärten, Balkon, wenig Platz
Thermokompostermittel bis teuermeist kleiner als offene MietenKüchenabfälle, Laub nur als Beimischung
Rasenmäher mit Fangkorb als Zerkleinererbereits vorhandenentfälltVorbereitung vor jeder Methode
Gartenhäckslerteuerentfälltlohnt sich für Laub allein selten

Für den Laubkorb reicht verzinktes Drahtgeflecht, zu einem Zylinder gebogen und mit drei oder vier Pfählen im Boden fixiert. Ein Durchmesser um einen Meter bei etwa einem Meter Höhe ist eine praktische Größe, die sich leicht befüllen und später ausleeren lässt.

So gelingt Laub kompostieren richtig: das Vorgehen

Zerkleinern mit dem Rasenmäher

Aufbau eines Laubkomposts: grobe Zweige unten, zerkleinertes Laub und Stickstoffmaterial im Wechsel, oben eine luftdurchlässige Abdeckung.
Aufbau eines Laubkomposts: grobe Zweige unten, zerkleinertes Laub und Stickstoffmaterial im Wechsel, oben eine luftdurchlässige Abdeckung.

Ganzes Laub legt sich in dichten Schichten übereinander, durch die weder Luft noch Wasser kommt. Zerkleinertes Laub bietet den Mikroorganismen viel mehr Angriffsfläche. Am einfachsten fahren Sie mit dem Rasenmäher und eingesetztem Fangkorb über das zusammengerechte Laub. Liegt es auf dem Rasen, nimmt der Mäher gleich etwas Grasschnitt mit, der als Stickstoffquelle willkommen ist. Die Messerhöhe stellen Sie dafür eher hoch ein.

Stickstoff zugeben

Im Spätherbst fällt kaum noch Grasschnitt an. Folgende Stickstoffquellen haben sich bewährt:

  • frischer Grasschnitt, sofern noch gemäht wird
  • Hornspäne, dünn zwischen die Schichten gestreut
  • Küchenabfälle wie Gemüsereste und Kaffeesatz
  • Pferde- oder Kaninchenmist mit Einstreu
  • grüne Pflanzenreste aus dem Gemüsebeet

Eine feste Mischformel gibt es nicht, weil der Stickstoffgehalt von Laub und Zuschlag stark schwankt. Die Reaktion des Haufens zeigt, ob das Verhältnis stimmt. Riecht er nach Ammoniak oder fault, ist zu viel Grünes drin, dann mischen Sie Laub nach. Erwärmt er sich nach zwei Wochen gar nicht und bleibt das Laub unverändert, fehlt Stickstoff.

Schichten und befeuchten

Schichten Sie zerkleinertes Laub und Stickstoffmaterial abwechselnd, die Laubschichten jeweils nur etwa handbreit. Ganz unten liegt grobes Material wie Zweige aus dem Heckenschnitt im September, damit von unten Luft nachströmt und Wasser abläuft.

Trockenes Laub nimmt Wasser erstaunlich schlecht auf. Gießen Sie jede Schicht beim Aufsetzen an. Der Feuchtetest: Eine Handvoll aus der Mitte des Haufens fühlt sich an wie ein ausgedrückter Schwamm. Tropft Wasser heraus, ist es zu nass. Zerbröselt die Probe trocken, muss nachgegossen werden.

Abdecken

Eine Lage Jute, Stroh oder ein alter Teppich aus Naturfaser hält den Haufen im Winter feucht und etwas wärmer. Folie dicht aufzulegen ist bei Laub ungünstig, weil darunter Sauerstoff fehlt. Gelochte Folie geht, wenn der Haufen sonst bei Herbstregen durchweicht.

Umsetzen

Ein gemischter Kompost aus Laub und Grünzeug profitiert davon, nach einigen Wochen umgesetzt zu werden: außen liegendes, trockenes Material kommt nach innen. Reinen Laubhumus können Sie weitgehend in Ruhe lassen. Er verrottet kühl und langsam, Umsetzen beschleunigt ihn wenig, prüfen Sie aber im Sommer die Feuchte.

Wann der Kompost reif ist

Gartenkompost mit hohem Laubanteil ist nach neun bis zwölf Monaten als Mulch und Bodenverbesserer verwendbar. Für reinen Laubhumus rechnen Sie mit ein bis zwei Jahren, bei Eiche, Platane und Walnuss mit zwei Jahren und mehr. Reifer Kompost riecht nach Waldboden, und einzelne Blätter lassen sich nicht mehr erkennen, höchstens noch Blattrippen. Die sieben Sie ab und geben sie zurück in den neuen Haufen.

Halb verrotteten Laubkompost nach einem Jahr können Sie bereits als Mulchschicht zwischen Sträuchern und Stauden verteilen. Für Aussaaterde und Kübel nehmen Sie nur ausgereiftes, gesiebtes Material.

Welches Laub nicht auf den Kompost gehört

Einige Laubsorten sollten Sie über die Biotonne oder die kommunale Grüngutsammlung entsorgen. In Kompostierungsanlagen werden höhere Temperaturen über längere Zeit erreicht als im Hausgarten, wo der Haufen selten gleichmäßig heiß wird.

  • Rosskastanienlaub mit Befall durch die Miniermotte: Die Puppen überwintern in den Blättern, im Gartenkompost überleben sie und befallen im Frühjahr wieder den Baum
  • Laub mit starkem Pilzbefall, etwa Apfelschorf oder Sternrußtau von Rosen, wenn die Krankheit im Garten schon ein Problem war
  • Laub von Straßenbäumen, das mit Streusalz, Hundekot oder Reifenabrieb belastet sein kann
  • Laub mit viel Müll oder Kunststoffresten

Grenzen beim Laub kompostieren

Kompostbeschleuniger bringen bei Laub meist wenig, was Hornspäne oder Grasschnitt nicht genauso leisten. Laub fehlt es in der Regel an Stickstoff und Feuchte, Mikroorganismen sind im Garten reichlich vorhanden. Wirken kann ein Beschleuniger dann, wenn er selbst Stickstoff enthält. Ein Blick auf die Zusammensetzung auf der Verpackung zeigt das.

Auch Kalk ist kein Mittel, um saures Eichenlaub schneller zu machen. Er verändert den pH-Wert des fertigen Komposts, behebt aber nicht den Mangel an Stickstoff, und in Kombination mit stickstoffreichem Material kann er Stickstoffverluste als Ammoniak fördern.

Wirklich ausgebremst wird die Verrottung durch Kälte. Im Hochwinter steht ein kleiner Laubhaufen fast still. Unter etwa einem Kubikmeter Volumen erwärmt sich ein Haufen kaum, deshalb lohnt es sich, Laub zu sammeln und auf einmal aufzusetzen, statt jede Woche eine dünne Lage nachzulegen.

Ein weiteres Hindernis ist Laub, das bereits wochenlang auf dem Rasen lag und als nasse, verklebte Matte ankommt. Es kompostiert, braucht aber länger und muss vor dem Aufsetzen aufgelockert werden. Für den Rasen selbst ist liegendes Laub ohnehin schädlich, weil es Licht nimmt. Wer im Herbst ohnehin den Rasen vertikutiert, kann den Rasenfilz gleich mit in den Laubhaufen geben.

Aufwand und Kosten im Verhältnis zum Nutzen

Der Zeitaufwand liegt vor allem im Herbst: zusammenrechen, mit dem Mäher zerkleinern, aufsetzen. Ab dann braucht ein Laubkorb kaum noch Arbeit, ein gemischter Komposthaufen ein- oder zweimal Umsetzen. Materialkosten fallen kaum an, wenn Sie Drahtgeflecht oder alte Säcke verwenden und Grasschnitt als Stickstoffquelle nutzen. Hornspäne sind der einzige laufende Posten, und von ihnen braucht es nur dünne Streuschichten.

Gegenüber der Biotonne spart eigener Laubkompost Volumen, das bei großen Bäumen schnell mehrere Tonnenfüllungen ausmacht. In vielen Gemeinden ist zusätzliche Grünabfuhr gebührenpflichtig, die Höhe legt die jeweilige Abfallsatzung fest. Der eigentliche Gewinn ist der Humus: Sackware aus dem Handel kostet Geld, und Laubhumus aus eigenen Bäumen weist eine bekannte Herkunft auf.

Nicht lohnend ist der Aufwand für stark befallenes oder belastetes Laub aus der Liste oben. Das geht in die Biotonne, und der übrige Haufen bleibt sauber.

Der nächste Schritt im Gartenjahr

Im Frühjahr ist der Laubkompost vom Vorjahr bereit für den Einsatz. Gemischter Kompost geht als dünne Schicht auf Gemüsebeete und unter Sträucher. Für den Rasen eignet sich gesiebter, feinkrümeliger Kompost zum dünnen Absanden nach der Nachsaat. Den Nährstoffbedarf deckt er dort allerdings nicht allein, für die Herbstversorgung bleibt es beim kaliumbetonten Rasendünger im Herbst.

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