Gemüsegarten

Löwenzahn anbauen: Aussaat ab April, Samen nur andrücken, Blüten vor dem Aussamen kappen

Löwenzahn säen Sie von April bis Juli direkt ins Beet und decken die Samen nicht mit Erde ab. Hier steht, wie Sie Blätter bleichen, Wurzeln ernten und verhindern, dass sich die Pflanze im ganzen Garten aussät.

Von Redaktion Gartenkunde · Veröffentlicht am 23. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

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Löwenzahn anbauen: Aussaat ab April, Samen nur andrücken, Blüten vor dem Aussamen kappen
Löwenzahnrosette mit jungen Blättern, die im Frühjahr am mildesten schmecken.Bild: MARIOLA GROBELSKA – Unsplash (Quelle)

Löwenzahn anbauen Sie am einfachsten per Direktsaat zwischen April und Juli: Die Samen kommen auf die Erde und werden nur angedrückt, weil Löwenzahn zum Keimen Licht braucht. Die Haupternte folgt im Frühjahr nach der Aussaat, und wenn Sie die Blüten abschneiden, bevor sich Pusteblumen bilden, bleibt die Pflanze in ihrem Beet.

Warum säen, wenn er ohnehin überall wächst? Weil Löwenzahn vom Wegrand, aus dem Park oder von der Hundewiese oft verschmutzt ist und niemand weiß, ob dort gespritzt wurde. Wer Blätter für den Salat oder als Futter für Kaninchen braucht, hat mit einer eigenen Reihe saubere Ware und kann den Geschmack über Erntezeitpunkt und Bleichen steuern. Geschmacklich unterscheidet sich der Gartenlöwenzahn kaum vom wilden. Kultursorten bringen vor allem größere Blätter.

Vor der Aussaat im März: Standort und Boden vorbereiten

Löwenzahn wächst in voller Sonne und kommt mit Halbschatten zurecht. Damit gehört er zu den Kulturen, die auch an Stellen funktionieren, wo Tomaten und Paprika schwächeln. Mehr Beispiele dafür finden Sie im Beitrag über Gemüse im Schatten.

Wichtiger als das Licht ist der Boden. Die Pflanze bildet eine kräftige Pfahlwurzel, die in lockerer Erde gerade nach unten wächst und oft tiefer reicht als ein Spatenblatt. In verdichtetem Lehm verzweigt sie sich, das Ausgraben wird mühsam und die Wurzel bricht. Lockern Sie das Beet deshalb im März tief, entfernen Sie Steine und arbeiten Sie etwas reifen Kompost ein. Mehr Dünger braucht Löwenzahn nicht.

Überlegen Sie gut, wohin die Reihe kommt. Löwenzahn ist mehrjährig, und jedes Wurzelstück, das beim Umgraben im Boden bleibt, treibt neu aus. Mitten im Gemüsebeet mit jährlicher Fruchtfolge stört er deshalb. Besser eignen sich ein Randstreifen, ein eigenes kleines Beet oder ein Hochbeet, das Sie nicht jedes Jahr komplett umsetzen.

Löwenzahn auf dem Balkon

Im Topf klappt der Anbau, solange das Gefäß tief genug ist. Als Faustwert gelten 25 bis 30 Zentimeter Tiefe, damit die Pfahlwurzel Platz hat. Flache Balkonkästen eignen sich nur für eine Blatternte im ersten Jahr. Normale Gemüseerde reicht, ein Abzugsloch ist Pflicht, denn Staunässe vertragen die Wurzeln schlecht.

Aussaat von April bis Juli: flach säen und feucht halten

Der häufigste Fehler beim Säen ist zu viel Erde über dem Saatgut. So gehen Sie vor:

Löwenzahn keimt im Licht: Samen andrücken, nicht mit Erde bedecken, später auf 15 bis 20 Zentimeter vereinzeln.
Löwenzahn keimt im Licht: Samen andrücken, nicht mit Erde bedecken, später auf 15 bis 20 Zentimeter vereinzeln.
  1. Ziehen Sie flache Rillen im Abstand von 25 bis 30 Zentimetern, eigentlich nur angedeutete Linien.
  2. Streuen Sie die Samen dünn hinein.
  3. Drücken Sie sie mit einem Brett oder der flachen Hand an, ohne sie abzudecken. Höchstens ein Hauch gesiebter Erde ist erlaubt.
  4. Halten Sie die Oberfläche feucht, bis die Keimlinge erscheinen. Eine feine Brause verhindert, dass die leichten Samen weggespült werden.
  5. Dünnen Sie die Reihe aus, sobald die Pflanzen drei bis vier Blätter haben. Zwischen den verbleibenden Pflanzen sollten 15 bis 20 Zentimeter Platz sein.

Bis zur Keimung vergehen je nach Witterung etwa ein bis drei Wochen. In sehr heißen, trockenen Wochen trocknet die Saatoberfläche schnell aus. Ein Vlies oder ein feuchtes Jutetuch, das Sie beim Aufgehen der ersten Keimlinge entfernen, hilft dann.

Vorziehen in Anzuchtschalen ist möglich, bringt aber wenig. Die Pfahlwurzel reagiert empfindlich, wenn die Pflanzen zu lange im kleinen Topf stehen. Wer trotzdem vorzieht, sollte früh pikieren und die Jungpflanzen setzen, solange die Wurzel noch kurz ist.

PhaseZeitraumWas zu tun ist
Beet vorbereitenMärztief lockern, Steine raus, wenig Kompost
DirektsaatApril bis JuliSamen andrücken, nicht abdecken
Ausdünnen3 bis 6 Wochen nach der Saatauf 15 bis 20 cm Abstand vereinzeln
Erste BlätterSommer im Aussaatjahreinzelne äußere Blätter pflücken
BleichenFrühjahr im FolgejahrRosette 1 bis 2 Wochen abdunkeln
Blütevor allem April und MaiKöpfe vor der Samenreife abschneiden
WurzelernteHerbstmit der Grabegabel ausheben

Sommer im Aussaatjahr: gießen, jäten und Schnecken abhalten

Junge Löwenzahnpflanzen brauchen regelmäßig Wasser, bis die Pfahlwurzel tief genug reicht. Danach übersteht die Pflanze Trockenphasen erstaunlich gut. Gießen Sie im ersten Sommer bei Trockenheit durchdringend und lieber seltener, damit die Wurzel nach unten wächst.

Schnecken fressen die zarten Rosetten gern an. Auf feuchten Böden lohnt es sich, in den ersten Wochen abends nachzusehen und die Tiere abzusammeln. Später, wenn die Blätter derber werden, lässt der Fraßdruck meist nach.

Gejätet wird von Hand oder flach mit der Ziehhacke. Hacken Sie nicht tief zwischen den Reihen, sonst verletzen Sie Wurzeln, und aus abgetrennten Stücken entstehen neue Pflanzen an Stellen, wo Sie keine wollen.

Im Aussaatjahr können Sie ab dem Sommer die äußeren Blätter einzeln ernten. Lassen Sie das Herz stehen. Die Pflanze braucht ihre Blattmasse, um vor dem Winter eine kräftige Wurzel aufzubauen, und davon hängt die Ernte im nächsten Frühjahr ab.

Bleichen im Frühjahr: weniger bitter durch Dunkelheit

Sobald im zweiten Frühjahr die neuen Blätter austreiben, beginnt die beste Zeit für Salatlöwenzahn. Wer es milder mag, bleicht die Rosetten. Dazu stülpen Sie einen umgedrehten Eimer oder einen Tontopf mit verschlossenem Abzugsloch über die Pflanze. Alternativ häufeln Sie Erde oder Sand an, sodass nur die Blattspitzen herausschauen.

Nach etwa ein bis zwei Wochen, bei kühlem Wetter eher länger, sind die inneren Blätter hellgelb und zarter. Ganz ohne Bitterkeit schmecken sie auch dann nicht. Das Bleichen mildert den Geschmack, macht aus Löwenzahn aber keinen Kopfsalat.

Bleichen Sie nicht dieselbe Pflanze ununterbrochen. Ohne Licht kann sie keine Reserven bilden. Bewährt hat sich, immer nur einen Teil der Reihe abzudecken und abwechselnd zu ernten.

Blüte ab April: Köpfe abschneiden, bevor sie zur Pusteblume werden

Im zweiten Jahr blüht Löwenzahn, die Hauptblüte liegt im April und Mai, einzelne Blüten folgen bis in den Herbst. Nach dem Verblühen schließt sich der Kopf, und kurz darauf öffnet er sich als Pusteblume. Jeder Kopf trägt sehr viele Flugsamen, die der Wind weit verteilt.

Wenn Sie keine Pusteblumen im Rasen oder beim Nachbarn haben wollen, schneiden Sie die Blütenstiele spätestens nach dem Verblühen dicht über der Rosette ab. Geschlossene Köpfe nach der Blüte gehören nicht auf den Kompost, denn dort reifen die Samen oft noch nach. Geben Sie sie in die Biotonne.

Die offenen Blüten selbst sind essbar und werden für Sirup oder Gelee verwendet. Wer viele Blüten erntet, löst das Aussaatproblem gleich mit.

Ernte von Frühjahr bis Herbst: Blätter, Blüten und Wurzeln

Am mildesten schmecken junge Blätter im Frühjahr vor der Blüte. Im Sommer, bei Hitze und mit zunehmendem Alter werden sie herber. Schneiden Sie entweder einzelne Blätter ab oder die ganze Rosette ein bis zwei Zentimeter über dem Wurzelhals. Aus der Wurzel treibt die Pflanze neu aus.

Vom Säen bis zur Wurzelernte: Die Haupternte bei Löwenzahn fällt ins zweite Jahr.
Vom Säen bis zur Wurzelernte: Die Haupternte bei Löwenzahn fällt ins zweite Jahr.

Frisch geerntete Blätter halten sich in ein feuchtes Tuch gewickelt einige Tage im Gemüsefach. Danach werden sie schlaff.

Die Wurzeln graben Sie im Herbst aus, wenn die Pflanze ihre Reserven eingelagert hat. Nehmen Sie eine Grabegabel, stechen Sie seitlich tief ein und hebeln Sie die Wurzel heraus. Gewaschen, klein geschnitten und geröstet ergeben sie einen Kaffeeersatz. Eine Reihe, aus der Sie alle Wurzeln ernten, müssen Sie neu säen. Lassen Sie deshalb einige Pflanzen stehen, wenn Sie im nächsten Frühjahr wieder Blätter wollen.

Löwenzahn für Kaninchen anbauen

Für die Futterreihe gilt dieselbe Aussaat, nur ernten Sie häufiger und schneiden die Rosetten regelmäßig ab. So bleibt das Blatt jung und die Pflanze kommt seltener zur Blüte. Füttern Sie die Blätter frisch und gewöhnen Sie Tiere, die bisher wenig Grünfutter bekommen haben, langsam an größere Mengen. Abwechslung mit anderen Grünpflanzen ist besser als eine reine Löwenzahnkost. Wer im Herbst zusätzlich Saftfutter braucht, findet im Beitrag zu Futterrüben eine passende Ergänzung.

Ähnlich sehen auch Ferkelkraut und Herbstlöwenzahn aus. Ferkelkraut hat behaarte Blätter und verzweigte Blütenstängel, beim echten Löwenzahn sind die Blätter meist kahl und jeder Stiel trägt genau einen Blütenkopf.

Spätherbst und Winter: Wurzeln treiben wie Chicorée

Mit kräftigen Wurzeln können Sie im Winter frisches Grün ziehen. Graben Sie im Spätherbst einige Wurzeln aus und schneiden Sie die Blätter knapp über dem Wurzelhals ab. Die Wurzeln stellen Sie dicht an dicht in einen Eimer mit feuchtem Sand oder Erde und decken ihn lichtdicht ab. In einem kühlen Keller treiben sie nach einigen Wochen blasse, milde Blätter.

Das funktioniert nach demselben Prinzip wie die Chicorée-Treiberei, nur werden die Triebe kleiner und lockerer. Mehr als eine kleine Wintersalat-Beigabe sollten Sie nicht erwarten.

Sorten: Kulturlöwenzahn mit breiteren Blättern

Im Saatguthandel finden Sie neben wildem Löwenzahn auch Kultursorten, etwa unter dem Namen Vollherziger. Sie bilden breitere, aufrechte Blätter und eine dichtere Rosette, was das Bleichen und Ernten erleichtert. Für Kaninchenfutter reicht Saatgut der Wildform völlig, hier zählt die Masse, und die Blattgröße spielt kaum eine Rolle.

Wer nach Löwenzahn in der Landwirtschaft sucht, stößt oft auf den Russischen Löwenzahn. Diese eigene Art dient der Forschung zur Gewinnung von Naturkautschuk aus der Wurzel. Für den Küchengarten ist sie ohne Bedeutung.

Die drei häufigsten Probleme beim Löwenzahn-Anbau

Die Saat geht nicht auf

Fast immer liegt es an zu tiefer Saat oder an einer Oberfläche, die zwischendurch ausgetrocknet ist. Säen Sie nach und decken Sie diesmal nicht ab. In heißen Sommerwochen hilft eine Schattierung über dem Saatstreifen.

Die Blätter sind zu bitter

Alte Blätter, Sommerhitze und Pflanzen kurz vor oder in der Blüte schmecken am herbsten. Ernten Sie im Frühjahr, schneiden Sie Blütenstiele früh ab und bleichen Sie einen Teil der Reihe. Mit Essig, Honig oder Kartoffeln im Salat lässt sich die verbleibende Bitterkeit gut abfangen.

Löwenzahn breitet sich im Garten aus

Pusteblumen sind die Hauptursache, gefolgt von Wurzelstücken, die beim Hacken und Umgraben verteilt werden. Einmal im Rasen angesiedelt, bekommen Sie Löwenzahn nur mit einem langen Unkrautstecher und Geduld wieder heraus. Bleibt ein Rest der Wurzel stecken, treibt er erneut. Konsequentes Abschneiden der Blüten ist deshalb die einzige Vorsorge, die wirklich trägt.

Wer Löwenzahn im Hochbeet zieht, sollte beim Abräumen im Herbst daran denken, dass die Wurzeln dort überwintern. Was beim Hochbeet winterfest machen sonst als Rest entfernt wird, lassen Sie in der Löwenzahnecke einfach stehen.

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