Gemüsegarten

Kapuzinerkresse anbauen: Direktsaat ab Mitte Mai, mager halten, bis zum Frost ernten

Kapuzinerkresse keimt zuverlässig und blüht bis zum ersten Frost, solange niemand sie düngt. Aussaat, Vorziehen, Balkon, Ernte der Blätter und falschen Kapern sowie die drei Probleme, die fast jeder Gärtner mit ihr hat.

Von Redaktion Gartenkunde · Veröffentlicht am 26. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

Teilen
Kapuzinerkresse anbauen: Direktsaat ab Mitte Mai, mager halten, bis zum Frost ernten
Blühende Kapuzinerkresse mit orangefarbenen Blüten und runden Blättern im GartenbeetBild: Baptiste RIFFARD – Unsplash (Quelle)

Kapuzinerkresse säen Sie ab Mitte Mai direkt ins Beet, 1 bis 2 Zentimeter tief, oder Sie ziehen sie ab Mitte April in Einzeltöpfen auf der Fensterbank vor. Danach braucht sie Sonne und keinen Dünger. Wer Kapuzinerkresse anbauen will und das Beet gut mit Kompost versorgt, erntet viel Laub und kaum Blüten.

Die Pflanze stammt aus den Anden Südamerikas und verträgt keinen Frost. In Mitteleuropa wächst sie deshalb einjährig, von der Aussaat im Frühjahr bis zur ersten kalten Nacht im Herbst. Mit der Gartenkresse aus der Keimschale ist sie nicht verwandt, auch wenn der Name das nahelegt. Beide schmecken scharf, weil sie Senföle bilden. Damit endet die Gemeinsamkeit.

Standort und Boden: volle Sonne, durchlässige Erde, wenig Nährstoffe

Am meisten Blüten bringt Kapuzinerkresse in voller Sonne. Im Halbschatten wächst sie auch, bleibt dort aber blühfaul und bildet vor allem Blätter. Wer ohnehin hauptsächlich Blätter für den Salat ernten möchte, kann das in Kauf nehmen. Welche Kulturen mit wenig Licht besser zurechtkommen, steht im Beitrag zu Gemüse im Schatten anbauen.

Beim Boden reicht gewöhnliche Gartenerde. Er sollte Wasser ableiten, denn Staunässe lässt die Wurzeln faulen. Frischen Kompost oder Mist lassen Sie weg. Ein Beet, auf dem im Vorjahr Starkzehrer wie Kohl oder Kürbis standen, passt gut, weil es schon etwas ausgelaugt ist. Ähnlich anspruchslos ist übrigens Lavendel, der auf mageren, sonnigen Flächen ebenfalls am besten blüht. Wie man ihn setzt, steht unter Lavendel anbauen.

Rankende Formen brauchen eine Kletterhilfe oder einen Zaun. Ohne Halt kriechen sie über den Boden und decken in wenigen Wochen eine Fläche von mehreren Quadratmetern zu. Auch das kann gewollt sein, etwa unter Obstbäumen oder an einer Böschung.

Kapuzinerkresse anbauen im Jahresverlauf: die Termine

Die Tabelle zeigt die Arbeiten für eine durchschnittliche Lage. In rauen Gegenden und in Höhenlagen verschiebt sich alles um ein bis zwei Wochen nach hinten, maßgeblich ist der letzte Spätfrost.

Kapuzinerkresse im Jahresverlauf: Vorziehen im April, Aussaat im Mai, Ernte bis zum ersten Frost
Kapuzinerkresse im Jahresverlauf: Vorziehen im April, Aussaat im Mai, Ernte bis zum ersten Frost
ZeitraumArbeitHinweis
Mitte bis Ende AprilVorziehen auf der FensterbankEinzeltöpfe, etwa 18 bis 20 Grad
Anfang MaiJungpflanzen abhärtentagsüber nach draußen, nachts rein
Ab Mitte MaiDirektsaat und Auspflanzenerst nach den Eisheiligen
Juni bis OktoberBlätter und Blüten erntenlaufend, junge Triebe bevorzugen
Juli bis Septembergrüne Samen für falsche Kapernsolange sie weich sind
August bis SeptemberSaatgut gewinnenbraune, abgefallene Samen sammeln
Erster FrostSaisonendePflanzen auf den Kompost

Vorziehen ab Mitte April auf der Fensterbank

Vorziehen lohnt sich, wenn rankende Kapuzinerkresse früh einen Zaun begrünen soll oder wenn Sie in einer kalten Lage gärtnern. Für ein normales Beet bringt es wenig, denn direkt gesäte Pflanzen holen den Vorsprung im Juni meist auf.

Der häufigste Fehler beim Vorziehen ist ein zu früher Start. Sämlinge, die schon im März auf der Fensterbank stehen, werden bis Mitte Mai lang und dünn, weil das Licht drinnen nicht reicht. Solche vergeilten Pflanzen knicken beim Auspflanzen leicht um. Vier Wochen Vorlauf genügen.

  1. Samen über Nacht in lauwarmem Wasser einweichen, das weicht die harte Schale auf.
  2. Je Topf zwei Samen 1 bis 2 Zentimeter tief in Anzuchterde stecken. Kapuzinerkresse keimt im Dunkeln, die Samen müssen also bedeckt sein.
  3. Die Töpfe hell und bei etwa 18 bis 20 Grad aufstellen und gleichmäßig feucht halten.
  4. Nach dem Keimen, meist innerhalb von ein bis zwei Wochen, den schwächeren Sämling abschneiden.
  5. Die Pflanze bleibt bis zum Auspflanzen im selben Topf.

Einzeltöpfe sind keine Pedanterie. Kapuzinerkresse reagiert empfindlich, wenn man ihre Wurzeln beim Pikieren auseinanderreißt, und wächst danach schlecht weiter. Torffreie Quelltöpfe oder kleine Töpfe, aus denen sich der Ballen am Stück lösen lässt, ersparen ihr das.

Direktsaat ins Beet ab Mitte Mai

Für die meisten Gärten ist die Direktsaat der einfachere Weg. Sobald nach den Eisheiligen keine Nachtfröste mehr drohen, legen Sie die Samen ins Freie. Auch hier hilft das Einweichen über Nacht.

Direktsaat: zwei bis drei Samen je Stelle, 1 bis 2 Zentimeter tief, bei Buschformen etwa 25 Zentimeter Abstand
Direktsaat: zwei bis drei Samen je Stelle, 1 bis 2 Zentimeter tief, bei Buschformen etwa 25 Zentimeter Abstand

Stecken Sie an jede Pflanzstelle zwei bis drei Samen, 1 bis 2 Zentimeter tief. Buschige Sorten brauchen etwa 25 Zentimeter Abstand zueinander, rankende eher 30 bis 40 Zentimeter. Nach dem Aufgehen bleibt pro Stelle nur der kräftigste Keimling stehen. Bis die Sämlinge durch die Erde kommen, halten Sie den Boden feucht, danach können Sie das Gießen zurückfahren.

Am Rand von Gemüsebeeten, zwischen Kohl oder als Unterpflanzung im Hochbeet macht sich Kapuzinerkresse gut. Dort darf sie über die Kante hängen. Was im Herbst mit dem Hochbeet passiert, wenn die Saison vorbei ist, steht im Beitrag Hochbeet winterfest machen.

Eine Saat bis Anfang Juni klappt ebenfalls, die Pflanzen blühen dann nur später. Wer im Mai keinen Platz hat, verliert also wenig.

Auspflanzen nach den Eisheiligen, vorher eine Woche abhärten

Vorgezogene Pflanzen kommen ebenfalls erst nach Mitte Mai ins Beet. Eine Woche vorher stellen Sie die Töpfe tagsüber nach draußen, zunächst in den Schatten, später in die Sonne. Nachts kommen sie wieder herein. Ohne diese Gewöhnung verbrennen die zarten Blätter in der ersten Maisonne.

Beim Einpflanzen setzen Sie den Ballen so tief, wie er im Topf saß, und gießen einmal kräftig an. Rankende Sorten bekommen gleich ihren Halt, damit sie sich von Anfang an nach oben orientieren.

Pflege von Juni bis September: mäßig gießen, nicht düngen

Im Beet kommt Kapuzinerkresse mit wenig Wasser aus. Gießen Sie, wenn die Blätter in der Mittagshitze schlapp hängen und sich abends nicht erholen. Wer täglich wässert, fördert weiches, mastiges Wachstum, das Läuse besonders mögen.

Gedüngt wird im Beet gar nicht. Das klingt nach Nachlässigkeit, ist aber die eigentliche Pflegeregel bei dieser Pflanze: Stickstoff treibt Blätter, und die Blüten bleiben aus.

Rückschnitt ist nicht nötig. Lange Triebe, die in Nachbarkulturen wuchern, schneiden Sie einfach ab und verwenden sie in der Küche. Verwelkte Blüten müssen Sie nicht ausputzen, die Pflanze blüht trotzdem weiter.

Ernte ab Juni: Blätter, Blüten und grüne Samen

Sobald eine Pflanze ein gutes Dutzend Blätter trägt, dürfen Sie ernten. Junge, kleine Blätter schmecken milder und sind zarter als alte. Die Blüten haben eine leichte Schärfe und eine süßliche Note am Sporn. Beides kommt roh in Salat, auf Brot oder in Kräuterquark. Am besten ernten Sie morgens, wenn die Blätter prall sind, und verwenden sie am selben Tag, denn sie welken rasch.

Aus den grünen, noch weichen Samen lassen sich falsche Kapern einlegen. Dazu pflücken Sie die Samenstände, solange sie sich mit dem Fingernagel eindrücken lassen, waschen sie und legen sie in Essig oder Salzlake ein. Harte, bereits gelbliche Samen eignen sich dafür nicht mehr.

Samen gewinnen ab August

Kapuzinerkresse ist samenfest, solange Sie keine Hybridsorte gekauft haben. Die Samen reifen in Dreiergruppen, werden braun und fallen von selbst ab. Sammeln Sie die abgefallenen Samen unter der Pflanze auf oder pflücken Sie solche, die sich bei leichter Berührung lösen.

Lassen Sie die Samen einige Wochen luftig an einem trockenen Ort nachtrocknen, bevor sie in eine Papiertüte kommen. In einem verschlossenen Glas mit Restfeuchte schimmeln sie. Wenn verschiedene Sorten nebeneinander blühen, kreuzen sie sich, und die Nachkommen sehen im nächsten Jahr anders aus als die Mutterpflanze.

Kapuzinerkresse auf dem Balkon und im Haus

Auf dem Balkon wächst Kapuzinerkresse gut in Kästen und Ampeln, am besten die kompakten Buschformen oder hängende Sorten. Ein Topf sollte mindestens 20 Zentimeter Durchmesser haben, damit die Erde im Sommer nicht täglich austrocknet. Im Gefäß ist das Düngeverbot etwas lockerer: Wenn die Pflanzen ab August gelblich werden, reicht eine schwache Gabe Flüssigdünger in halber Dosierung. Torfhaltige Blumenerde mit Vorratsdünger ist für den ganzen Sommer zu reich.

Kapuzinerkresse im Haus anzubauen funktioniert nur eingeschränkt. Von Frühjahr bis Spätsommer gedeiht sie an einem sonnigen Südfenster. Im Winter fehlt das Licht, die Triebe werden lang und blass, Blüten bilden sich kaum. Eine Pflanzenlampe hilft, der Aufwand lohnt sich für ein paar Salatblätter aber selten. Ehrlicher ist es, die Saison draußen auszukosten.

Sorten: Buschform für Kästen, Rankform für Zäune

Im Handel gibt es zwei Arten. Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist die übliche Gartenform und kommt in rankenden und buschigen Sorten vor. Die Kleine Kapuzinerkresse (Tropaeolum minus) bleibt niedrig.

WuchsformGrößeGeeignet für
Rankend (T. majus)je nach Sorte etwa 1,5 bis 3 m TrieblängeZäune, Rankgitter, Bodendecker
Buschig (T. majus, Zwergformen)etwa 20 bis 30 cm hochBeetrand, Balkonkasten
HängendTriebe hängen über den RandAmpeln, Hochbeetkante

Bekannte Sorten sind etwa 'Alaska' mit weiß marmorierten Blättern und 'Empress of India' mit dunklem Laub und scharlachroten Blüten. Beide wachsen buschig. Bei Saatgutmischungen steht auf der Packung, ob sie ranken oder kompakt bleiben, darauf sollten Sie beim Kauf achten.

Die Knollige Kapuzinerkresse (Tropaeolum tuberosum) ist eine andere Kultur. Sie wird wegen ihrer essbaren Knollen angebaut und braucht eine eigene Anleitung.

Drei Probleme, die fast jeder kennt

Schwarze Läuse an Triebspitzen und Blattunterseiten

Kapuzinerkresse zieht die Schwarze Bohnenlaus geradezu an. Oft liest man, sie schütze deshalb benachbarte Kulturen als Fangpflanze. Das funktioniert nur, wenn Sie befallene Triebe regelmäßig abschneiden und entsorgen. Wer die Kolonien stehen lässt, züchtet eine Läusequelle, von der aus die Tiere auf Bohnen und andere Pflanzen weiterwandern. Bei leichtem Befall genügt ein scharfer Wasserstrahl. Marienkäfer und Florfliegenlarven räumen später im Sommer oft von selbst auf.

Raupen des Kohlweißlings

Kohlweißlinge legen ihre Eier gern an Kapuzinerkresse, weil sie ähnliche Senföle enthält wie Kohl. Die gelben Eigelege sitzen auf den Blattunterseiten. Kontrollieren Sie ab Juni einmal pro Woche und streifen Sie die Eier ab. Sind die Raupen schon geschlüpft, fressen sie eine Pflanze in wenigen Tagen kahl, dann hilft nur Absammeln.

Viel Laub, wenig Blüten

Dieses Problem entsteht fast immer durch zu viel Stickstoff: frischer Kompost im Beet, gedüngte Blumenerde im Kasten oder Nachbarpflanzen, die regelmäßig Dünger bekommen. Zu wenig Sonne verstärkt den Effekt. Im laufenden Jahr lässt sich daran kaum etwas ändern. Für die nächste Saison wählen Sie einen sonnigeren, magereren Platz.

Der erste Frost beendet die Saison

Schon ein leichter Nachtfrost lässt die Blätter glasig werden, am nächsten Tag hängt die Pflanze matschig herunter. Überwintern lohnt nicht, die Pflanze ist bei uns einjährig. Die Reste kommen auf den Kompost.

In milden Gärten keimen im folgenden Mai manchmal Samen, die im Herbst unbemerkt in die Erde gefallen sind. Verlassen sollten Sie sich darauf nicht. Ein Tütchen selbst gesammelter Samen sichert die nächste Aussaat zuverlässiger.

Teilen

Weitere Artikel