Zierpflanzen

Geranien richtig überwintern: bei 5 bis 10 Grad, hell oder stark zurückgeschnitten im Keller

Geranien kommen vor dem ersten Nachtfrost ins Haus und überwintern bei 5 bis 10 Grad fast trocken. Welches Quartier zu Ihnen passt, wie stark Sie schneiden und wann die Pflanzen wieder raus dürfen.

Von Redaktion Gartenkunde · Veröffentlicht am 28. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

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Geranien richtig überwintern: bei 5 bis 10 Grad, hell oder stark zurückgeschnitten im Keller
Pelargonien im Topf überwintern am besten an einem hellen, kühlen Platz bei 5 bis 10 Grad.Bild: Sandra Wei – Unsplash (Quelle)

Geranien richtig überwintern heißt: Holen Sie die Pflanzen vor dem ersten Nachtfrost ins Haus und halten Sie sie bei 5 bis 10 Grad an einem hellen Platz fast trocken. Fehlt ein heller Raum, schneiden Sie die Triebe kräftig zurück und stellen die Töpfe in einen dunklen Keller, der dann allerdings kühl bleiben muss.

Damit steht das Prinzip. Offen bleibt meist, welches Quartier in der eigenen Wohnung taugt, wie stark der Schnitt ausfallen darf und was im Frühjahr zu tun ist, damit die Pflanzen im Sommer wieder reich blühen. Darum geht es hier.

Je dunkler das Winterquartier, desto kühler muss es sein

An dieser Regel hängt fast alles. Pelargonien, so heißen die Balkongeranien botanisch, wachsen weiter, sobald es ihnen warm genug ist. Für dieses Wachstum brauchen sie Licht. Steht eine Pflanze warm und dunkel, treibt sie trotzdem aus, nur werden die neuen Triebe dann lang und bleich. Gärtner nennen das Vergeilen.

Solche Triebe sind weich und knicken leicht. Im Frühjahr müssen sie ohnehin weg, und die Pflanze hat für sie Reserven verbraucht, die ihr beim Neustart fehlen.

Kühle bremst das Wachstum. Im Bereich von 5 bis 10 Grad ruhen Pelargonien weitgehend und kommen deshalb mit wenig Licht aus. Je heller der Platz, desto eher vertragen sie auch etwas mehr Wärme. Frost vertragen sie gar nicht: Die Wildarten stammen aus dem südlichen Afrika, und schon leichte Minusgrade schädigen Blätter und Triebe.

Das warme Wohnzimmer mit rund 20 Grad ist aus diesem Grund ein schlechtes Winterquartier. Die Pflanzen wachsen dort den ganzen Winter über schwach weiter. Die trockene Heizungsluft kommt hinzu, in der sich Weiße Fliege und Spinnmilben gern ausbreiten.

Nur Pelargonien müssen ins Haus, der Storchschnabel bleibt draußen

Im Handel und im Alltag heißen Pelargonien fast immer Geranien. Die echten Geranien der Gattung Geranium, auf Deutsch Storchschnabel, sind dagegen überwiegend winterharte Stauden fürs Beet. Sie ziehen im Herbst ein und treiben im Frühjahr von selbst wieder aus. Alles, was in diesem Artikel steht, gilt für Pelargonien.

Innerhalb der Pelargonien unterscheiden sich die Gruppen beim Überwintern nur in Details:

  • Stehende Geranien (Zonale-Hybriden): die klassische Balkonpflanze mit aufrechtem Wuchs und rundlichen Blättern, oft mit dunklem Ring. Für alle Methoden geeignet.
  • Hängegeranien (Peltatum-Hybriden), auch Efeugeranien genannt: lange, überhängende Triebe mit glänzenden, efeuähnlichen Blättern. Sie überwintern wie die stehenden, brauchen aber einen stärkeren Rückschnitt, damit sie ins Quartier passen.
  • Edelgeranien (Grandiflorum-Hybriden): große, oft zweifarbige Blüten. Sie überwintern Sie besser hell als im dunklen Keller.
  • Duftgeranien: Ihre Blätter duften beim Reiben. Auch für sie ist ein heller, kühler Platz die bessere Wahl.

Welches Quartier Sie nutzen, entscheidet über den Rückschnitt im Herbst. Die folgende Übersicht hilft bei der Zuordnung.

QuartierTemperaturLichtRückschnitt im HerbstGeeignet für
Ungeheiztes Treppenhaus, kühles Gästezimmer, frostfreier Wintergarten5 bis 10 °Chellleicht, etwa ein Drittelalle Pelargonien
Kellerraum mit Fenster5 bis 10 °Chalbhelletwa die Hälftestehende und hängende Geranien
Dunkler Kellermöglichst um 5 °C, höchstens 10 °Cdunkelstark, auf 10 bis 20 cm, Blätter abstehende und hängende Geranien
Beheiztes Wohnzimmerum 20 °Chellentfälltungeeignet, Pflanzen vergeilen
Garage, Gartenhausschwankendmeist dunkelwie dunkler Kellernur wenn sicher frostfrei

Bei Garage und Gartenhaus liegt das Problem in den kalten Nächten. Ein Thermometer mit Minimumanzeige zeigt nach ein paar Wochen, ob der Raum wirklich frostfrei bleibt. Fällt die Anzeige auch nur einmal unter null, ziehen die Pflanzen besser um.

Vor dem ersten Nachtfrost einräumen

In vielen Regionen ist das irgendwann im Oktober der Fall, in milden Lagen auch erst im November. Maßgeblich ist der Wetterbericht für Ihren Ort, kein festes Datum. Pelargonien blühen oft bis in den Herbst hinein, und es ist verlockend, sie noch draußen zu lassen. Eine einzige Frostnacht kann diese Rechnung aber zunichtemachen.

Wählen Sie für das Einräumen möglichst einen trockenen Tag. Nasse Erde und nasses Laub sind im Winterquartier der Anfang von Fäulnis. So bereiten Sie die Pflanzen vor:

  1. Einige Tage vorher nicht mehr gießen, damit der Wurzelballen abtrocknet.
  2. Blüten und Knospen abschneiden, gelbe und welke Blätter abzupfen.
  3. Blattunterseiten auf Weiße Fliege und Blattläuse kontrollieren. Befallene Pflanzen getrennt stellen oder vorher behandeln.
  4. Den Rückschnitt passend zum Quartier vornehmen, wie im nächsten Abschnitt beschrieben.

Wenn Sie ohnehin den Balkon und den Garten für den Winter räumen, lohnt sich am selben Tag ein Blick auf die Außenleitung: Wie Sie die Wasserleitung im Garten winterfest machen, lesen Sie in einem eigenen Beitrag.

Geranien richtig überwintern: Anleitung für jedes Quartier

Hell und kühl: wenig Schnitt, viel Laub

Rückschnitt im Herbst: Je dunkler das Quartier, desto stärker wird geschnitten.
Rückschnitt im Herbst: Je dunkler das Quartier, desto stärker wird geschnitten.

Am hellen Platz behalten die Pflanzen ihre Blätter und können mit ihnen auch im Winter etwas Energie gewinnen. Kürzen Sie die Triebe nur so weit, dass die Pflanzen handlich werden, etwa um ein Drittel. Stellen Sie die Töpfe nah ans Fenster, denn schon ein Meter Abstand kostet im Winter viel Licht.

Gegossen wird erst, wenn die Erde oben deutlich trocken ist, und dann nur so viel, dass sie leicht feucht wird. Wasser im Untersetzer gießen Sie nach einer halben Stunde ab. Dünger brauchen die Pflanzen bis zum Frühjahr keinen.

Dunkler Keller: kräftig zurückschneiden

Ohne Licht nützen die Blätter der Pflanze nichts mehr. Sie vergilben, fallen ab und beginnen auf der Erde zu faulen. Entfernen Sie deshalb alle Blätter beim Einräumen und schneiden Sie die Triebe auf 10 bis 20 Zentimeter zurück. Übrig bleibt ein kahles Gerüst aus kurzen Stielen.

Diese Methode funktioniert nur, wenn der Keller wirklich kühl ist. Ein Heizungskeller mit 15 Grad bringt die Stummel zum Austreiben, und mangels Licht vergeilen die neuen Triebe. Bemerken Sie bleiche Austriebe, ist der Raum zu warm. Dann hilft nur ein kühlerer Platz oder mehr Licht.

Gießen Sie im dunklen Keller sehr sparsam. Der Ballen soll nicht völlig austrocknen, mehr ist das Ziel nicht. Je nach Temperatur reicht meist ein kleiner Schluck alle zwei bis vier Wochen. Prüfen Sie mit dem Finger, bevor Sie gießen.

Hängegeranien vorher einkürzen

Die langen Ranken der Efeugeranien nehmen im Quartier viel Platz ein und verkahlen im Winter innen. Kürzen Sie sie für den hellen Standort etwa auf die Hälfte, für den dunklen Keller so stark wie stehende Geranien. Die Pflanzen treiben im Frühjahr aus den verbliebenen Blattknoten neu aus und verzweigen sich dabei besser als zuvor.

Wurzelnackt im Papierbeutel

Diese alte Methode spart den meisten Platz. Sie nehmen die Pflanze aus dem Topf, schütteln die Erde ab, entfernen alle Blätter und kürzen die Triebe wie für den dunklen Keller. Dann kommt jede Pflanze einzeln in einen Papierbeutel oder in Zeitungspapier und wird kopfüber in einem kühlen, dunklen Raum aufgehängt.

Die Grenze dieser Methode ist die Luftfeuchtigkeit. In trockener Kellerluft trocknen die ungeschützten Wurzeln aus, und die Pflanze vertrocknet unbemerkt. Kontrollieren Sie die Triebe deshalb regelmäßig: Sie sollen fest und prall sein. Wirken sie schrumpelig, stellen manche Gärtner die Wurzeln für einige Stunden in Wasser. Wer einen Topfplatz im kühlen Keller hat, fährt mit der Topfmethode sicherer.

Stecklinge statt ganzer Pflanzen

Wer wenig Platz hat oder eine Lieblingssorte absichern will, schneidet im August oder September Stecklinge. Geeignet sind Triebspitzen ohne Blüten, etwa 8 bis 10 Zentimeter lang. Die unteren Blätter kommen ab, die Schnittfläche darf kurz antrocknen, danach stecken Sie die Triebe in Anzuchterde.

Halten Sie die Erde nur leicht feucht und verzichten Sie auf eine Folienhaube. Pelargonien sind empfindlich gegen Staunässe und faulen unter feuchter Abdeckung schnell. Nach einigen Wochen haben sich Wurzeln gebildet. Die jungen Pflanzen überwintern auf einer hellen Fensterbank, möglichst in einem eher kühlen Raum.

Viele Sorten sind durch Sortenschutz geschützt. Die Vermehrung im privaten Bereich für den eigenen, nichtgewerblichen Gebrauch erlaubt das Sortenschutzgesetz trotzdem. Den Verkauf von Jungpflanzen geschützter Sorten deckt diese Ausnahme nicht.

Im Winterquartier sparsam gießen und regelmäßig nachsehen

Von November bis Januar ruhen die Pflanzen. Ihre Aufgabe beschränkt sich auf einen kurzen Kontrollgang etwa alle zwei Wochen. Dabei sammeln Sie abgefallene Blätter ein, prüfen die Erdfeuchte und schauen auf die Blattunterseiten.

Der häufigste Winterschaden ist Grauschimmel. Sie erkennen ihn an braunen, weichen Stellen an Trieben und Blättern, auf denen sich ein grauer, pelziger Belag bildet. Schneiden Sie befallene Teile großzügig ins gesunde Gewebe zurück, gießen Sie weniger und lüften Sie an frostfreien Tagen. Ein kühler Raum ohne Luftaustausch und zu feuchte Erde begünstigen den Pilz.

Weiße Fliegen fallen auf, wenn Sie die Pflanze bewegen und kleine weiße Insekten auffliegen. Im kühlen Quartier vermehren sie sich langsamer als im warmen Zimmer. Gelbtafeln zwischen den Töpfen fangen einen Teil der erwachsenen Tiere ab und zeigen, wie stark der Befall ist.

Einige Ideen aus Foren und Ratgebern funktionieren erfahrungsgemäß nicht:

  • Vlies über den Balkonkasten legen und die Pflanzen draußen lassen. Vlies hält leichten Frost einige Stunden ab, eine Winternacht mit mehreren Minusgraden übersteht eine Pelargonie damit nicht.
  • Die Pflanzen im warmen Wohnzimmer weiter blühen lassen. Das gelingt einige Wochen, dann werden die Triebe lang und dünn, und die Pflanze geht geschwächt ins Frühjahr.
  • Im Winter düngen, damit die Pflanze kräftig bleibt. Ohne Wachstum kann sie die Nährstoffe nicht nutzen, und das Salz reichert sich in der Erde an.

Ab Februar zurückschneiden und umtopfen, ab Mitte Mai nach draußen

Im Februar oder März beginnt der Neustart. Stellen Sie die Pflanzen aus dem dunklen Keller an einen hellen Platz und lassen Sie sie dort langsam etwas wärmer werden. Pflanzen aus dem hellen Quartier bleiben stehen, wo sie sind.

Jetzt folgt der eigentliche Formschnitt. Kürzen Sie jeden Trieb auf zwei bis drei Blattknoten über dem Topfrand ein und entfernen Sie vertrocknete oder vergeilte Triebe vollständig. Topfen Sie die Pflanzen anschließend in frische Balkonpflanzenerde um. Die alte Erde ist nach einem Sommer im Kasten ausgelaugt.

Gießen Sie danach etwas mehr, aber weiterhin mit Gefühl. Sobald sich neue Blätter zeigen, meist im März oder April, beginnen Sie mit schwach dosiertem Flüssigdünger nach Packungsangabe.

Ab April stellen Sie die Pflanzen an milden Tagen stundenweise nach draußen, zuerst in den Schatten. So gewöhnen sich die Blätter an Sonne und Wind, die direkte Mittagssonne verbrennt sonst das im Haus gewachsene Laub. Nachts kommen sie wieder herein. Dauerhaft ins Freie dürfen sie nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind.

Geranien überwintern im Jahreslauf

Die Monate in der Tabelle sind Richtwerte für durchschnittliche Lagen. In milden Weinbauregionen verschiebt sich das Einräumen nach hinten, in Mittelgebirgslagen und im Alpenvorland kommt der erste Frost früher, und die Eisheiligen sind dort oft nicht das Ende der Frostnächte.

Der Ablauf beim Überwintern von Geranien vom Spätsommer bis zu den Eisheiligen.
Der Ablauf beim Überwintern von Geranien vom Spätsommer bis zu den Eisheiligen.
ZeitraumArbeitsschritt
August bis SeptemberStecklinge schneiden und bewurzeln lassen
Oktober, vor dem ersten Nachtfrosttrocken einräumen, Rückschnitt passend zum Quartier
November bis JanuarRuhephase: sparsam gießen, kontrollieren, lüften
Februar bis Märzheller stellen, auf zwei bis drei Blattknoten schneiden, umtopfen
März bis Aprildüngen, sobald neue Blätter erscheinen, Triebspitzen kuppen
Aprilan milden Tagen stundenweise abhärten
ab Mitte Mainach den Eisheiligen dauerhaft ins Freie

Sonderfälle: Frostschaden, alte Stöcke, ganze Balkonkästen

Die Pflanze hat schon Frost abbekommen

Nach einer Frostnacht wirken die Blätter glasig und hängen schlaff herunter, einige Tage später werden sie braun und matschig. Entscheidend ist der Zustand der Triebe. Sind sie am Grund noch fest und innen grün, schneiden Sie alles Weiche weg und überwintern die Pflanze wie für den dunklen Keller. Ist der Stängel am Grund weich, lohnt der Versuch nicht mehr.

Der Stock ist alt und verholzt

Pelargonien lassen sich mehrere Jahre überwintern. Mit der Zeit verholzen die Triebe jedoch, die Pflanze wird sparrig und blüht weniger. Verjüngen Sie solche Stöcke über Stecklinge: Im Spätsommer geschnitten, ersetzen die jungen Pflanzen im nächsten Jahr den alten Stock.

Balkonkasten statt Einzeltopf

Ein ganzer Kasten lässt sich überwintern, wenn Platz und Tragkraft der Fensterbank reichen. Meist ist es einfacher, die Pflanzen auszugraben und einzeln in kleine Töpfe zu setzen. Das spart Platz, und Sie können befallene Pflanzen getrennt stellen. Wie man größere Kübel durch den Winter bringt, zeigt der Beitrag zum Feigenbaum, den Sie winterfest machen und kühl überwintern. Und wer am Einräumtag gleich weitere Herbstarbeit erledigen will, findet Hinweise, ob man Hortensien im Herbst schneiden sollte oder besser abwartet.

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