Gemüsegarten

Ananas anbauen: den Schopf bewurzeln und ab dem zweiten Jahr die Blüte anregen

Ananas anbauen klappt in Deutschland nur im Topf, am einfachsten aus dem Schopf einer gekauften Frucht. Bis zur eigenen Ernte vergehen meist zwei bis drei Jahre. So gelingen Bewurzeln, Überwintern und Blüte.

Von Redaktion Gartenkunde · Veröffentlicht am 07. November 2026 · 9 Min. Lesezeit

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Ananas anbauen: den Schopf bewurzeln und ab dem zweiten Jahr die Blüte anregen
Junge Ananaspflanze im Topf: Bis zur ersten Frucht vergehen meist zwei bis drei Jahre.Bild: Pineapple Supply Co. – Unsplash (Quelle)

Ananas anbauen funktioniert in Deutschland nur als Topfpflanze im Haus, am einfachsten aus dem Blattschopf einer gekauften Frucht. Bis zur ersten eigenen Ananas vergehen in der Regel zwei bis drei Jahre, und die Frucht bleibt deutlich kleiner als die aus dem Supermarkt.

Wer das in Kauf nimmt, bekommt eine genügsame Zimmerpflanze, die mit wenig Wasser auskommt. Heikel wird es an zwei Stellen. Beim Bewurzeln fault der Schopf gern, und die Blüte lässt im Zimmer oft jahrelang auf sich warten, wenn man nicht nachhilft.

Ananas anbauen in Deutschland: nur im Topf

Die Ananas (Ananas comosus) stammt aus dem tropischen Südamerika und gehört zu den Bromelien. Frost überlebt sie nicht. Schon unter etwa 15 Grad stellt sie das Wachstum weitgehend ein, und dauerhaft kühle Füße quittiert sie mit Wurzelfäule. Ein Beet im Garten scheidet deshalb aus, auch in milden Weinbauregionen.

Im Sommer darf der Topf auf Balkon oder Terrasse umziehen. Den Rest des Jahres braucht die Pflanze das hellste Fenster der Wohnung.

Platz sollten Sie großzügiger einplanen, als der kleine Schopf vermuten lässt. Eine ausgewachsene Pflanze kann im Zimmer rund einen Meter Durchmesser erreichen, und bei vielen Formen tragen die Blattränder Dornen. Ein Durchgang oder eine schmale Fensterbank ist auf Dauer der falsche Standort.

Zeitplan: vom Schopf bis zur Ernte

Die Zeiten schwanken mit Licht und Wärme. Eine Pflanze am Südfenster in einer gut geheizten Wohnung ist schneller als eine am Nordfenster.

Vom Schopf zur eigenen Ananas: die Stationen über zwei bis drei Jahre.
Vom Schopf zur eigenen Ananas: die Stationen über zwei bis drei Jahre.
ZeitpunktArbeitsschritt
März bis MaiSchopf abdrehen, abtrocknen lassen, bewurzeln
zwei bis vier Wochen späterEintopfen in einen Topf mit 12 bis 15 cm Durchmesser
erstes Jahr, Juni bis AugustGeschützter Platz im Freien, wenn die Nächte über 15 Grad bleiben
ab SeptemberZurück ins Haus, Winter am hellen Fenster bei mindestens 15 Grad
zweites Jahr, FrühjahrUmtopfen in 20 bis 25 cm Durchmesser
zweites bis drittes JahrBlüte mit dem Apfeltrick anregen, wenn die Pflanze ausgewachsen ist
etwa fünf bis sechs Monate nach der BlüteErnte
nach der ErnteKindel abtrennen und weiterziehen

Schopf abdrehen: am besten von März bis Mai

Grundsätzlich können Sie einen Schopf zu jeder Jahreszeit bewurzeln. Im Frühjahr geht es schneller, weil die Tage länger werden und die Fensterbank sich erwärmt. Ein Schopf, den Sie im November ansetzen, braucht oft spürbar länger und fault eher.

Den Schopf vorbereiten: herausdrehen, unten freilegen, abtrocknen lassen.
Den Schopf vorbereiten: herausdrehen, unten freilegen, abtrocknen lassen.

Wählen Sie eine reife, aber nicht überreife Frucht mit festen, grünen Blättern. Ist die Mitte des Schopfs braun oder weich, lassen Sie die Frucht liegen.

  1. Halten Sie die Frucht mit einer Hand fest, fassen Sie den Schopf mit der anderen dicht über der Frucht und drehen Sie ihn heraus. Abschneiden geht auch, dann muss allerdings das gesamte Fruchtfleisch vom Strunk ab.
  2. Zupfen Sie die unteren Blätter ab, bis etwa zwei bis drei Zentimeter Stamm frei liegen. Darunter werden kleine bräunliche Höcker sichtbar. Das sind die Wurzelanlagen.
  3. Lassen Sie den Schopf ein bis zwei Tage an einem luftigen Platz liegen, damit die Wunde abtrocknet.

Bewurzeln: erste Wurzeln nach zwei bis vier Wochen

Zwei Wege führen zum Ziel, das Wasserglas und die direkte Pflanzung in Erde. Für den ersten Versuch empfehle ich das Wasserglas, weil Sie Wurzeln und beginnende Fäulnis sofort sehen.

Im Wasserglas

Stellen Sie den Schopf so in ein schmales Glas, dass nur der freigelegte Stamm im Wasser steht. Die Blätter bleiben trocken. Wechseln Sie das Wasser alle zwei bis drei Tage, sonst wird es trüb und begünstigt Fäulnis. Ein heller, warmer Platz ohne pralle Mittagssonne reicht. Bei 20 bis 25 Grad zeigen sich die ersten Wurzeln meist nach zwei bis vier Wochen.

Warten Sie mit dem Eintopfen nicht zu lange. Wasserwurzeln, die 10 Zentimeter und mehr erreicht haben, gewöhnen sich schlechter an Erde als kurze.

Direkt in Erde

Alternativ setzen Sie den abgetrockneten Schopf gleich in einen kleinen Topf mit durchlässiger Erde, nur so tief, dass der freie Stamm bedeckt ist. Halten Sie die Erde leicht feucht und nie nass. Eine über den Topf gestülpte Klarsichttüte hält die Luft feucht, muss aber täglich kurz gelüftet werden.

Der Nachteil: Sie sehen nicht, was unter der Erde passiert. Ob der Schopf angewachsen ist, merken Sie erst daran, dass in der Mitte neue, hellgrüne Blätter erscheinen. Wird die Mitte stattdessen braun und lässt sich herausziehen, ist der Schopf verloren.

Eintopfen, sobald die Wurzeln zwei bis drei Zentimeter lang sind

Für den Start reicht ein Topf mit 12 bis 15 Zentimetern Durchmesser und Abzugsloch. Zu große Töpfe halten zu lange Feuchtigkeit, und genau daran gehen junge Ananaspflanzen am häufigsten ein.

Die Ananas mag ein lockeres, gut durchlässiges und leicht saures Substrat. In der Literatur wird für den Anbau meist ein pH-Wert von etwa 4,5 bis 6,5 genannt. Gut geeignet ist Zimmerpflanzen- oder Kakteenerde, die Sie mit etwa einem Drittel grobem Sand, Blähton oder Pinienrinde auflockern. Eine Drainageschicht am Topfboden schadet nicht.

Setzen Sie die Pflanze flach. Die Blattbasis darf nicht in der Erde verschwinden, sonst fault sie.

Erstes und zweites Jahr: Blätter statt Früchte

In den ersten zwei Jahren baut die Ananas Blattmasse auf. Erst eine kräftige, ausgewachsene Pflanze kann eine Frucht tragen, und Ungeduld hilft hier nicht weiter.

Licht ist der wichtigste Faktor. Ein Süd- oder Westfenster ist ideal, im Winter darf es auch eine Pflanzenlampe sein. Am Nordfenster wächst die Ananas lang und blass und blüht kaum.

Beim Gießen gilt: lieber zu wenig. Die Ananas speichert Wasser in den Blättern und arbeitet mit dem sogenannten CAM-Stoffwechsel, bei dem sie ihre Spaltöffnungen tagsüber weitgehend geschlossen hält. Gießen Sie erst, wenn die obersten Zentimeter der Erde trocken sind, und kippen Sie überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer. Im Winter genügt bei kühlerem Stand oft ein Guss alle zwei bis drei Wochen.

Von April bis September düngen Sie alle zwei bis vier Wochen mit einem Grünpflanzen- oder Bromeliendünger in halber Konzentration. Im Winter bleibt der Dünger im Schrank.

Im zweiten Frühjahr wird der Topf meist zu klein. Ein Gefäß mit 20 bis 25 Zentimetern Durchmesser reicht dann bis zur Ernte. Wer schon einmal eine Passionsfrucht im Kübel gezogen hat, kennt den Rhythmus: im Sommer wachsen lassen, im Winter möglichst wenig stören.

Sommer draußen ab Juni, Winter bei mindestens 15 Grad

Sobald die Nächte zuverlässig über 15 Grad bleiben, darf die Ananas ins Freie. In den meisten Regionen ist das ab Juni der Fall. Gewöhnen Sie die Pflanze in der ersten Woche im Halbschatten an das Licht. Wer sie direkt aus dem Wohnzimmer in die volle Sonne stellt, sieht nach wenigen Tagen helle oder braune Flecken auf den Blättern, also Sonnenbrand.

Ein regengeschützter Platz an einer warmen Hauswand ist ideal. Nach Gewitterregen kontrollieren Sie den Untersetzer, denn stehendes Wasser verträgt die Pflanze auch im Sommer schlecht.

Spätestens wenn die Nachttemperaturen Anfang September unter 15 Grad fallen, holen Sie den Topf herein. Den Winter verbringt die Ananas am hellsten Fenster in einem beheizten Raum. Kalte Zugluft beim Stoßlüften und eine eiskalte Fensterbank über einem ausgeschalteten Heizkörper machen ihr mehr zu schaffen als trockene Luft. Ein kühles Winterquartier wie beim Olivenbaum, der bei 5 bis 10 Grad überwintert, wäre für die Ananas tödlich.

Blüte ab dem zweiten Jahr mit dem Apfeltrick anregen

Von allein blüht eine Ananas, wenn sie ausgewachsen ist und bestimmte Reize bekommt. Kürzere Tage und kühlere Nächte fördern in den Anbaugebieten die natürliche Blüte. Im gleichmäßig warmen Wohnzimmer fehlen diese Reize oft, und die Pflanze wächst Jahr um Jahr weiter, ohne zu blühen.

In Plantagen wird die Blüte deshalb gezielt mit Ethylen ausgelöst, einem gasförmigen Pflanzenhormon. Zu Hause liefert ein reifer Apfel dieses Gas.

  1. Stellen Sie die Pflanze samt Topf in eine große, durchsichtige Plastiktüte.
  2. Legen Sie ein bis zwei reife Äpfel neben den Topf auf die Erde und verschließen Sie die Tüte locker.
  3. Lassen Sie alles etwa ein bis zwei Wochen hell und warm stehen, aber außerhalb der direkten Sonne, weil sich die Tüte sonst stark aufheizt.
  4. Nehmen Sie Tüte und Äpfel danach ab und pflegen Sie normal weiter.

Klappt es, erscheint im Herz der Rosette zunächst ein rötlicher Blütenstand, meist innerhalb von zwei bis drei Monaten. Aus ihm schieben sich nach und nach kleine violette Einzelblüten. Jede davon wird zu einem Teil der späteren Frucht, denn die Ananas ist botanisch ein Fruchtverband aus vielen verwachsenen Einzelfrüchten.

Ernte rund fünf bis sechs Monate nach der Blüte

Von der Blüte bis zur reifen Frucht vergeht etwa ein halbes Jahr. Erwarten Sie keine Supermarktgröße. Topfpflanzen im Zimmer bekommen viel weniger Licht als eine Plantage in den Tropen, und die Früchte bleiben entsprechend klein, oft kaum größer als eine Faust.

Reif ist die Ananas, wenn sich die Schale von unten her gelb färbt und die Frucht am Stielansatz süß duftet. Schneiden Sie nicht zu früh. Die Ananas reift nach der Ernte nicht nach, sie wird höchstens weicher, aber kaum süßer. Zum Ernten trennen Sie den Fruchtstiel mit einem scharfen Messer unterhalb der Frucht ab.

Nach der Ernte: Kindel weiterziehen

Jede Ananaspflanze trägt nur einmal Frucht. Danach stirbt die Mutterpflanze im Lauf der folgenden Monate langsam ab. Vorher bildet sie Seitentriebe, sogenannte Kindel, am Stammfuß und manchmal auch am Fruchtstiel.

Diese Kindel sind der schnellere Weg zur nächsten Frucht, denn sie tragen in der Regel früher als ein frisch bewurzelter Schopf. Lösen Sie sie ab, sobald sie eigene, kräftige Blätter haben und etwa handlang sind. Dann behandeln Sie sie wie einen Schopf: kurz abtrocknen lassen und in durchlässige Erde setzen. Die Krone der selbst geernteten Frucht können Sie natürlich ebenfalls bewurzeln.

Sorten: Supermarktfrucht oder Zierananas

Im deutschen Handel stammt ein großer Teil der Früchte von der Sorte MD-2, die besonders süß ist und deren Blätter meist nur wenige Dornen tragen. Für den Anbau auf der Fensterbank ist sie gut geeignet, und Sie brauchen dafür nichts weiter als eine gekaufte Frucht.

Samen spielen für Hobbygärtner keine Rolle. Handelsübliche Ananas enthalten praktisch keine keimfähigen Samen, und eine Sämlingspflanze bräuchte zudem deutlich länger bis zur ersten Frucht als ein Schopf.

In Gärtnereien und Baumärkten finden Sie außerdem Zierananas, etwa Formen mit cremeweiß gestreiften Blättern oder Mini-Ananas mit sehr kleinen Früchten. Diese Pflanzen kommen meist schon blühend oder mit Frucht in den Handel. Als Obstlieferant taugen sie wenig, die Früchte sind eher Dekoration.

Die drei häufigsten Probleme bei der Ananas

Fäulnis am Strunk oder im Herz

Die mit Abstand häufigste Ursache für Ausfälle. Auslöser ist fast immer die Kombination aus Nässe und Kälte, also zu viel Gießwasser im Winter oder ein zu großer Topf mit dauerfeuchter Erde. Ist das Herz schon braun und weich, lässt sich die Pflanze nicht mehr retten. Bei ersten matschigen Stellen am Strunk hilft nur: austopfen, Faules abschneiden, abtrocknen lassen und neu in trockene, durchlässige Erde setzen.

Braune Blattspitzen

Trockene Blattspitzen entstehen oft im Winter durch Heizungsluft oder durch einen Ballen, der zwischen zwei Güssen komplett ausgetrocknet ist. Auch Salzablagerungen nach zu starker Düngung kommen infrage. Die braunen Spitzen werden nicht wieder grün. Schneiden Sie sie bei Bedarf mit einer Schere ab, lassen Sie dabei aber einen schmalen braunen Rand stehen, damit kein gesundes Gewebe verletzt wird.

Woll- und Schmierläuse

Weiße, wattige Belege in den Blattachseln oder am Stammfuß sind ein typisches Zeichen. Ananas wird recht häufig von Schmierläusen befallen, im Winter kommen bei trockener Luft auch Spinnmilben vor. Einzelne Tiere tupfen Sie mit einem Wattestäbchen ab. Bei stärkerem Befall hilft ein für Zimmerpflanzen zugelassenes Pflanzenschutzmittel, angewendet streng nach Gebrauchsanleitung. Kontrollieren Sie beim Umtopfen auch die Wurzeln, denn manche Arten sitzen dort und bleiben lange unentdeckt.

Ananasminze, Ananaskirsche, Ananasmelone: andere Pflanzen, anderer Anbau

Wer nach Ananas-Anbau sucht, landet oft bei Pflanzen, die nur den Namen tragen. Mit der Ananas sind sie nicht verwandt, und ihr Anbau läuft völlig anders.

NameWas es istAnbau in Kürze
AnanasminzePanaschierte Form der Apfelminze (Mentha suaveolens)Winterhart, Beet oder Topf, wuchert über Ausläufer, daher am besten mit Wurzelsperre
AnanaskirschePhysalis-Art (Physalis pruinosa) mit kleinen, süßen Früchten in LampionhüllenEinjährig, im März oder April vorziehen, nach den Eisheiligen auspflanzen
AnanasmeloneHandelsname für Zuckermelonen mit ananasartigem AromaWie Melonen: ab April vorziehen, ab Ende Mai an einen sehr warmen Platz oder ins Gewächshaus

Die Ananaskirsche ist eng mit der Tomatillo verwandt. Wie man diese Physalis-Verwandten vorzieht und warum zwei Pflanzen besser tragen als eine, steht im Artikel zum Tomatillo-Anbau.

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