Gemüsegarten

Portulak anbauen: Aussaat ab Ende Mai, Ernte nach vier bis sechs Wochen

Sommerportulak keimt nur im Warmen und nur im Licht. Wer ab Ende Mai sät, die Samen bloß andrückt und die Triebe über dem Boden abschneidet, erntet bis September mehrmals von denselben Pflanzen.

Von Redaktion Gartenkunde · Veröffentlicht am 31. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

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Portulak anbauen: Aussaat ab Ende Mai, Ernte nach vier bis sechs Wochen
Sommerportulak mit fleischigen Blättern und rötlichen Stängeln im GemüsebeetBild: Sergej ***** – Unsplash (Quelle)

Portulak anbauen gelingt, sobald der Boden warm ist: Säen Sie Sommerportulak ab Ende Mai direkt ins sonnige Beet und drücken Sie die Samen nur an, denn sie brauchen Licht zum Keimen. Nach vier bis sechs Wochen schneiden Sie die Triebe zwei bis drei Zentimeter über dem Boden ab, danach treibt die Pflanze erneut aus.

Die meisten Fehlschläge haben eine von zwei Ursachen. Entweder liegt die Saat zu früh in kalter Erde, oder sie wurde mit Erde abgedeckt. Wer beides vermeidet, erntet von Ende Juni bis in den September.

Zwei Pflanzen, zwei Saisons: Sommerportulak ab Mai, Winterportulak ab August

Unter dem Namen Portulak verkauft der Handel zwei Gemüse, die botanisch nicht miteinander verwandt sind. Sommerportulak (Portulaca oleracea) ist ein einjähriges, wärmeliebendes Kraut mit fleischigen Blättern und oft rötlichen Stängeln. Winterportulak (Claytonia perfoliata), auch Tellerkraut oder Postelein genannt, stammt aus Nordamerika und wächst in der kalten Jahreszeit.

Sommerportulak wächst von Mai bis September, Winterportulak übernimmt das Beet von Herbst bis April.
Sommerportulak wächst von Mai bis September, Winterportulak übernimmt das Beet von Herbst bis April.

Wer im September Sommerportulak sät oder im Mai Winterportulak, wartet vergeblich auf eine brauchbare Ernte. Die Tabelle zeigt, woran Sie die beiden unterscheiden.

MerkmalSommerportulakWinterportulak
Botanischer NamePortulaca oleraceaClaytonia perfoliata
Aussaat im FreilandEnde Mai bis Anfang AugustEnde August bis September
Keimungbraucht Wärme, gut ab rund 20 °Cbraucht Kühle, in Sommerhitze schlecht
Froststirbt beim ersten Frost abübersteht auch kräftige Fröste
Blätterdick, fleischig, länglich-eiförmigzart, später tellerförmig um den Stiel
ErnteEnde Juni bis SeptemberOktober bis April
Standortvolle Sonnesonnig bis halbschattig

Dieser Artikel behandelt in erster Linie den Sommerportulak. Der Winterportulak bekommt am Ende einen eigenen Abschnitt, weil er nahtlos an die Sommerkultur anschließt und dasselbe Beet über den Winter nutzt.

Beet ab April vorbereiten: volle Sonne und lockerer Boden

Sommerportulak braucht den sonnigsten Platz, den der Garten hergibt. Im Halbschatten wächst er langsam, die Triebe bleiben dünn und kippen um. Für schattigere Ecken eignen sich andere Kulturen besser, eine Auswahl finden Sie im Beitrag zu Gemüse im Schatten.

Der Boden darf ruhig sandig sein. Wichtig ist, dass Wasser abfließt, denn Staunässe lässt die fleischigen Stängel faulen. Auf schwerem Lehm lockern Sie die obersten Zentimeter mit Sand und einer dünnen Schicht reifem Kompost.

Mehr Nährstoffe braucht Portulak nicht. Er gehört zu den Schwachzehrern, und der Kompost beim Vorbereiten reicht für die ganze Saison. Frischen Mist und stickstoffreichen Mineraldünger lassen Sie weg: Blattgemüse lagert überschüssigen Stickstoff als Nitrat in den Blättern ein.

Bei der Fruchtfolge macht Portulak keine Schwierigkeiten. Er gehört zu den Portulakgewächsen, einer Familie, mit der kaum ein anderes Gartengemüse verwandt ist. Sie können ihn also nach fast jeder Kultur säen, gern auch als Lückenfüller am Hochbeetrand oder vor hohen Pflanzen, solange diese ihn nicht beschatten.

Vorziehen ab Mitte April: nur für eine frühere Ernte

Nötig ist das Vorziehen nicht. Es lohnt sich, wenn Sie schon Mitte Juni die ersten Triebe schneiden möchten oder in einer kühlen Lage gärtnern, in der die Direktsaat oft erst im Juni richtig aufläuft.

Streuen Sie eine Prise Samen auf jede Zelle einer Multitopfplatte, drücken Sie sie an und stellen Sie die Platte hell und warm auf, ideal sind um die 20 °C. Die Sämlinge bleiben als kleine Horste zusammen und werden nicht pikiert. Nach den Eisheiligen Mitte Mai setzen Sie die Horste mit 15 bis 20 Zentimetern Abstand ins Beet.

Direktsaat ab Ende Mai bis Anfang August

Der Termin richtet sich nach der Bodentemperatur, nicht nach dem Kalender. Unter etwa 15 °C keimt Portulak zögerlich und lückenhaft. In milden Lagen klappt es Ende Mai, in Höhenlagen und kühlen Regionen eher Anfang Juni.

So gehen Sie vor:

  1. Harken Sie das Beet feinkrümelig und ziehen Sie die Oberfläche glatt.
  2. Deuten Sie flache Rillen mit 15 bis 20 Zentimetern Reihenabstand an. Auf kleinen Flächen können Sie auch breitwürfig säen.
  3. Mischen Sie die winzigen schwarzen Samen mit trockenem Sand. Ohne Sand landen sie in Klumpen.
  4. Streuen Sie dünn aus und drücken Sie die Saat fest an.
  5. Gießen Sie mit feiner Brause, damit nichts weggeschwemmt wird, und halten Sie die Oberfläche bis zur Keimung feucht.

Je nach Wärme erscheinen die Keimlinge nach etwa ein bis zwei Wochen. Stehen sie sehr dicht, vereinzeln Sie auf 5 bis 10 Zentimeter. Die ausgezupften Pflänzchen können Sie bereits essen.

Für eine durchgehende Ernte säen Sie alle drei bis vier Wochen eine neue Reihe. Die letzte Aussaat sollte Anfang August im Boden sein. Spätere Saaten keimen zwar noch, wachsen in kühlen Septembernächten aber kaum weiter. Ein Wärmegemüse mit demselben Starttermin ist übrigens Amaranth, der ebenfalls ab Mitte Mai gesät wird.

Portulak im Balkonkasten

Auf dem Balkon wächst Portulak gut, weil er flach wurzelt. Ein Balkonkasten oder eine breite Schale mit Gemüseerde, der Sie etwas Sand beimischen, reicht aus. Ein Südbalkon ist ideal. Im Gefäß trocknet die Erde an heißen Tagen schnell aus, prüfen Sie die Feuchte deshalb täglich. Achten Sie auf ein Abzugsloch, damit kein Wasser steht.

Pflege im Juni und Juli: gleichmäßig gießen, kaum düngen

Die fleischigen Blätter speichern Wasser, und Portulak übersteht deshalb längere Trockenphasen. Für die Küche ist das allerdings der falsche Maßstab. Unter Trockenstress werden die Triebe faserig und die Pflanze setzt früher Blüten an. Gießen Sie also gleichmäßig, am besten morgens und direkt auf den Boden.

In den ersten drei Wochen brauchen die Keimlinge Hilfe gegen Beikräuter. Sie sind klein und wachsen anfangs langsam. Jäten Sie vorsichtig zwischen den Reihen, später schließt der Bestand die Lücken selbst.

Nachdüngen ist nicht nötig. Wer mehrmals erntet und den Bestand bis September nutzen will, kann nach dem zweiten Schnitt etwas Kompost zwischen die Reihen streuen.

Ernte ab Ende Juni: Triebe 2 bis 3 Zentimeter über dem Boden schneiden

Erntereif ist Portulak, wenn die Pflanzen 10 bis 15 Zentimeter hoch sind, meist vier bis sechs Wochen nach der Aussaat. Schneiden Sie die Triebe mit Schere oder Messer zwei bis drei Zentimeter über dem Boden ab. Am stehengebliebenen Stummel sitzen Blattknoten, aus denen neue Triebe wachsen. So schneiden Sie denselben Bestand mehrmals.

Wer den Portulak zwei bis drei Zentimeter über dem Boden schneidet, erntet mehrmals vom selben Bestand.
Wer den Portulak zwei bis drei Zentimeter über dem Boden schneidet, erntet mehrmals vom selben Bestand.

Wer die Pflanzen ausreißt, hat nur eine einzige Ernte. Für kleine Mengen genügt es auch, einzelne Triebspitzen abzuzwicken.

Am zartesten sind die Triebe vor der Blüte. Die kleinen gelben Blüten sitzen in den Blattachseln und öffnen sich nur bei Sonne am Vormittag, deshalb übersieht man sie leicht. Schauen Sie lieber auf die Knospen: Sobald sich Knospen zeigen, werden die Stängel zunehmend holzig.

Der Geschmack ist frisch und leicht säuerlich, die Blätter sind knackig. Portulak passt roh in Salat und Quark oder kurz gedünstet wie Spinat. Mit den Blüten von Kapuzinerkresse, die bis zum Frost blüht, ergibt er einen Sommersalat aus dem eigenen Beet.

Lagerung nach der Ernte: frisch essen, höchstens zwei Tage kühlen

Geschnittener Portulak welkt schnell. Am besten ernten Sie kurz vor dem Essen. Was übrig bleibt, hält in einer Frischhaltedose oder in ein feuchtes Tuch gewickelt etwa ein bis zwei Tage im Gemüsefach.

Für Salat taugt eingefrorener Portulak nicht, die Blätter werden beim Auftauen matschig. Kurz blanchiert und eingefroren lässt er sich aber für Suppen und Eintöpfe verwenden. Traditionell wird er im Mittelmeerraum auch in Essig eingelegt.

Ab August: Samen gewinnen und Selbstaussaat bremsen

Lassen Sie im August ein paar kräftige Pflanzen blühen, wenn Sie eigenes Saatgut möchten. Portulak bildet kleine Kapseln, die sich bei Reife mit einem Deckel öffnen. Darin liegen viele winzige schwarze Samen.

Schneiden Sie die Triebe ab, sobald die ersten Kapseln aufspringen, und lassen Sie sie in einer Papiertüte nachreifen. Danach schütteln Sie die Samen aus. Trocken und dunkel gelagert bleiben sie mehrere Jahre keimfähig.

Dieselbe Eigenschaft macht Portulak im Garten lästig. Er versamt sich stark und gilt auf Äckern und in Pflasterfugen als hartnäckiges Unkraut. Abgerissene Stängelstücke können außerdem wieder anwurzeln. Wer keine Selbstaussaat will, entfernt die Pflanzen vor der Blüte. Blühende oder samentragende Pflanzen gehören in die Biotonne, weil die Samen in einem Kompost, der nicht heiß rottet, überleben.

Sorten: grünblättriger und gelbblättriger Portulak

Eine große Sortenauswahl gibt es beim Sommerportulak nicht. Im Handel finden Sie vor allem zwei Formen des Gemüseportulaks, beide unter dem botanischen Namen Portulaca oleracea. Die grünblättrige Form hat kräftig grüne Blätter. Gelbblättrige oder goldgelbe Formen haben hellere, gelblich grüne Blätter und werden in den Saatgutkatalogen meist als etwas milder beschrieben.

Gegenüber der kriechenden Wildform wachsen die Gartenformen aufrechter und haben größere Blätter, was die Ernte mit der Schere deutlich erleichtert.

Vorsicht beim Saatgutkauf: Das Portulakröschen (Portulaca grandiflora) ist eine Zierpflanze für Balkon und Steingarten und wird nicht als Salatgemüse angebaut. Achten Sie auf der Samentüte auf den botanischen Namen. Wer generell Freude an essbaren Wildkräutern im Beet hat, findet im Beitrag Löwenzahn anbauen eine weitere Kultur, die man gezielt am Aussamen hindern muss.

Die drei häufigsten Probleme mit Portulak

Die Saat keimt nicht

Meist war es zu kalt. Saaten von Anfang Mai liegen in vielen Jahren wochenlang im Boden, ohne dass etwas passiert. Ebenso häufig wurden die Samen mit Erde bedeckt oder sind in der ersten Woche ausgetrocknet. Säen Sie in diesem Fall einfach neu, sobald es wärmer ist. Ein Nachsäen ins alte Saatbett ohne Andrücken bringt wenig.

Die Triebe werden zäh und blühen früh

Trockenheit und ein verpasster Erntetermin sind die üblichen Ursachen. Ein Bestand, der schon flächig blüht, wird nicht mehr zart. Nutzen Sie ihn zur Samengewinnung oder räumen Sie ihn ab und verlassen Sie sich auf die nächste Folgesaat. Deshalb lohnt es sich, nie nur eine einzige Reihe zu säen.

Schnecken fressen die Keimlinge

In feuchten Wochen fressen Schnecken die jungen Keimlinge oft über Nacht ab. Größere Pflanzen mit derben Stängeln werden weniger angegangen. Kontrollieren Sie die Saat in den ersten zwei Wochen abends und sammeln Sie die Tiere ab. Ein Schneckenkragen oder ein Saatbett etwas abseits vom feuchten Rasenrand verringert den Druck.

Im Herbst weiter: Winterportulak ab Ende August säen

Wenn der Sommerportulak im September nachlässt, ist das Beet frei für den Winterportulak. Säen Sie ihn von Ende August bis in den September in Reihen. Er keimt bei kühlen Temperaturen, eine Aussaat im Hochsommer läuft dagegen schlecht auf.

Ab Oktober schneiden Sie die Blätter über dem Herz ab, die Pflanze treibt mehrmals nach. Winterportulak verträgt Frost und lässt sich bis ins Frühjahr ernten, unter Vlies oder im Frühbeet bleiben die Blätter zarter. Im April blüht er, auch Blüten und Stiele sind essbar. Danach ist das Beet wieder frei für die nächste Sommersaat.

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