Zierpflanzen

Weihnachtsstern richtig pflegen: warm stellen, sparsam gießen, im Herbst verdunkeln

Ein Weihnachtsstern braucht einen hellen Platz bei 15 bis 22 Grad ohne Zugluft. Gießen Sie ihn erst, wenn die Erde oben trocken ist. Wer ihn behalten will, schneidet ihn im Frühjahr zurück und verdunkelt ihn ab Oktober acht Wochen lang.

Von Redaktion Gartenkunde · Veröffentlicht am 03. November 2026 · 8 Min. Lesezeit

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Weihnachtsstern richtig pflegen: warm stellen, sparsam gießen, im Herbst verdunkeln
Ein Weihnachtsstern steht am hellsten Platz in der Wohnung am längsten in Farbe.Bild: Niloufar Mashhadi – Unsplash (Quelle)

Wer einen Weihnachtsstern richtig pflegen will, stellt ihn an einen hellen Platz mit 15 bis 22 Grad, fern von Zugluft und nicht direkt über die Heizung. Gießen Sie erst, wenn sich die Erde oben trocken anfühlt. Wasser, das zehn Minuten später noch im Übertopf steht, kippen Sie weg.

So gepflegt hält die Pflanze ihre farbigen Blätter oft bis in den Februar oder März. Wer sie danach behalten möchte, braucht im Frühjahr eine Schere und im Herbst einige Wochen Geduld mit einem Karton.

Die eine Regel: keine Kälte und keine nassen Wurzeln

Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) gehört zu den Wolfsmilchgewächsen und stammt aus Mexiko und Mittelamerika. Wenn eine Pflanze im Januar kahl im Topf steht, liegt das fast immer an einem von zwei Fehlern.

Der erste Fehler ist Kälte. Unterhalb von etwa 10 Grad wird es für die Pflanze kritisch. Oft reicht schon kalte Zugluft vom gekippten Fenster oder von einer häufig geöffneten Terrassentür, und sie wirft Blätter ab. Das geschieht meist erst einige Tage später, deshalb erkennt man die Ursache selten.

Auch Staunässe bringt viele Pflanzen um. In der Verkaufsfolie oder im Übertopf sammelt sich Wasser, die Wurzeln bekommen keine Luft mehr und faulen. Dann welkt die Pflanze, obwohl die Erde nass ist. Viele halten das für Durst und gießen nach.

Ein angetrockneter Weihnachtsstern erholt sich nach einem Tauchbad meist innerhalb weniger Stunden. Bei einem faulenden Wurzelballen gelingt das nur selten. Warten Sie im Zweifel lieber einen Tag länger.

Saisonpflanze oder Dauergast: welcher Fall bei Ihnen vorliegt

Die meisten Weihnachtssterne werden im November oder Dezember gekauft und nach der Blüte entsorgt. Das ist in Ordnung, denn die Pflege für ein zweites Jahr macht Arbeit. Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie sich die eigene Pflanze und die eigenen Erwartungen ansehen.

Für eine einzige Saison reicht die Pflege aus dem nächsten Abschnitt. Mehr brauchen Sie nicht.

Wer die Pflanze über Jahre behalten will, muss mit einer Veränderung rechnen: Im zweiten Jahr sieht sie anders aus. Gärtnereien halten Weihnachtssterne in der Regel mit wachstumshemmenden Mitteln kompakt. Diese Wirkung lässt nach, und zu Hause werden die Triebe deutlich länger. Ein so buschiger Topf wie im Gartencenter gelingt im Wohnzimmer kaum. Dafür wird die Pflanze größer, und mit etwas Planung färbt sie sich auch wieder.

Mini-Weihnachtssterne in kleinen Töpfen trocknen schneller aus. Sie verzeihen Fehler beim Gießen schlechter als große Exemplare.

Beim Kauf auf die kleinen gelben Blüten achten

Die roten, weißen oder rosa Blätter sind Hochblätter. Die eigentlichen Blüten sitzen in der Mitte. Es sind kleine, grünlich gelbe Gebilde, die man Cyathien nennt. Sind sie noch geschlossen und frisch, steht die Pflanze am Anfang ihrer Schauzeit. Sind sie vertrocknet oder abgefallen, hat sie den größeren Teil davon schon hinter sich.

Kaufen Sie keine Pflanzen, die im kalten Eingangsbereich oder draußen vor dem Laden stehen. Einen Kälteschaden sieht man dort noch nicht. Für den Heimweg gehört der Weihnachtsstern in eine geschlossene Papierhülle. Bei Frost gilt das auch für kurze Strecken.

Weihnachtsstern richtig pflegen von Dezember bis Februar

Ein heller Platz, im Winter gern mit Sonne

Im Winter verträgt der Weihnachtsstern einen Fensterplatz mit direkter Sonne, weil die Sonne in diesen Monaten wenig Kraft hat. In der Raummitte oder im dunklen Flur verliert er nach einigen Wochen Blätter. Wenn Sie die Temperatur eher im unteren Bereich halten, bleibt die Färbung meist länger.

Ein Fensterbrett direkt über dem Heizkörper ist ungünstig. Die aufsteigende warme Luft trocknet den Ballen schnell aus und fördert Spinnmilben. An einer einfach verglasten Scheibe kann es in Frostnächten zu kalt werden. Die Blätter sollten das Glas deshalb nicht berühren.

Gießen im Tauchbad

Am besten tauchen Sie den Weihnachtsstern, statt ihn von oben zu gießen. So wird der ganze Ballen gleichmäßig feucht:

  1. Stecken Sie einen Finger etwa zwei Zentimeter tief in die Erde. Ist sie dort trocken, braucht die Pflanze Wasser.
  2. Stellen Sie den Topf in einen Eimer mit zimmerwarmem Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  3. Heben Sie ihn heraus und lassen Sie ihn über dem Eimer oder in der Spüle gründlich abtropfen.
  4. Setzen Sie ihn erst dann zurück in den Übertopf.

Wie oft das nötig ist, hängt vor allem von der Raumtemperatur und der Topfgröße ab. In geheizten Wohnräumen ist es häufig etwa einmal pro Woche, im kühleren Schlafzimmer seltener. Am besten eignet sich kalkarmes Wasser, also Regenwasser oder Leitungswasser, das eine Weile gestanden hat.

Die Folienmanschette aus dem Handel entfernen Sie am besten ganz. Wenn sie der Optik wegen bleiben soll, schneiden Sie wenigstens den Boden auf, damit Wasser ablaufen kann.

Dünger erst mit dem Neuaustrieb

Für die Schauzeit bis Februar ist zusätzlicher Dünger in der Regel nicht nötig. Gegen Blattfall durch Kälte oder Nässe hilft er ohnehin nicht. Wer die Pflanze behalten will, düngt ab dem Austrieb im Frühjahr bis in den September etwa alle zwei Wochen mit Flüssigdünger für Blühpflanzen. Dosieren Sie ihn nach Packungsangabe.

Trockene Heizungsluft im Blick behalten

In warmen, trockenen Räumen breiten sich Spinnmilben aus. Achten Sie auf fein gesprenkelte Blätter und hauchdünne Gespinste in den Blattachseln. Eine Schale mit Wasser in der Nähe erhöht die Luftfeuchte etwas. Auch ein Platz in einem weniger geheizten Raum hilft.

Nach der Blüte: Ruhezeit, Rückschnitt und Sommer im Freien

Im Februar oder März werden die Hochblätter blass und fallen nach und nach ab. Die Pflanze geht jetzt in eine Ruhephase. Gießen Sie sparsamer, sodass der Ballen zwischen zwei Wassergaben deutlich abtrocknet, aber nie ganz austrocknet. Gut ist ein heller, etwas kühlerer Platz um 15 Grad.

Danach geht es in dieser Reihenfolge weiter:

  1. Rückschnitt Ende März bis April: Kürzen Sie alle Triebe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter ein. An jedem Trieb sollten einige Knospen bleiben. Tupfen Sie den austretenden Milchsaft mit Küchenpapier ab.
  2. Umtopfen im Mai: Sobald neue Triebe erscheinen, kommt die Pflanze in frische Zimmerpflanzenerde. Der neue Topf ist nur wenig größer als der alte und hat ein Abzugsloch.
  3. Mit dem Austrieb beginnen Sie wieder mit dem Düngen.
  4. Sommer im Freien: Ab Juni darf der Weihnachtsstern auf Balkon oder Terrasse, aber erst wenn auch die Nächte verlässlich warm bleiben. Wählen Sie einen geschützten Platz im Halbschatten. Gewöhnen Sie die Pflanze in den ersten Tagen langsam an die Sonne, sonst verbrennen die Blätter.
  5. Holen Sie die Pflanze im September ins Haus, bevor die Nächte kühl werden.

Wenn Sie im Sommer die Triebspitzen einkürzen, wird die Pflanze buschiger. Machen Sie das rechtzeitig vor der Verdunkelungsphase im Herbst, damit sich die neuen Triebe noch entwickeln können.

Wieder rot: ab Anfang Oktober täglich 12 bis 14 Stunden Dunkelheit

Der Weihnachtsstern ist eine Kurztagspflanze. Farbige Hochblätter bildet er erst, wenn die Nächte über mehrere Wochen länger als etwa zwölf Stunden dauern. In seiner Heimat sorgt der natürliche Herbst dafür. Im Wohnzimmer verlängert jede Lampe den Tag, und die Pflanze bleibt grün.

Täglich etwa 14 Stunden völlige Dunkelheit über rund acht Wochen färben die Hochblätter neu
Täglich etwa 14 Stunden völlige Dunkelheit über rund acht Wochen färben die Hochblätter neu

So bringen Sie die Färbung in Gang:

  • Beginnen Sie Ende September oder Anfang Oktober.
  • Die Pflanze braucht jeden Tag etwa 14 Stunden völlige Dunkelheit. Stülpen Sie zum Beispiel von 18 bis 8 Uhr einen lichtdichten Karton darüber oder stellen Sie sie in einen Schrank.
  • Tagsüber steht sie hell. Ohne Licht fehlt ihr die Energie für die Färbung.
  • Halten Sie das etwa acht Wochen durch. Die Farbe kommt nach und nach. Wer Anfang Oktober beginnt, hat Anfang Dezember wieder einen bunten Stern.

Manche Methoden funktionieren erfahrungsgemäß nicht. Ein wenig genutztes Zimmer reicht meist nicht aus, wenn dort abends doch Licht brennt oder eine Straßenlaterne hereinscheint. Schon kurzes Licht in der Dunkelphase unterbricht die lange Nacht. Ebenso wenig hilft es, die Pflanze wochenlang durchgehend dunkel zu stellen. Dann verliert sie Blätter, statt sich zu färben. Wenn Sie an einigen Abenden das Abdecken vergessen, kann sich die Färbung verzögern oder ungleichmäßig ausfallen.

Zeitplan für den Weihnachtsstern über das Jahr

ZeitraumPhaseWas zu tun ist
Dezember bis FebruarSchauzeitheller, warmer Platz, tauchen bei trockener Erde
Februar bis MärzRuhephasesparsamer gießen, Hochblätter fallen lassen
Ende März bis AprilRückschnittTriebe auf 15 bis 20 cm einkürzen
MaiUmtopfenfrische Erde, mit dem Düngen beginnen
Juni bis AugustWachstumdraußen im Halbschatten, alle zwei Wochen düngen
SeptemberRückkehrvor den ersten kühlen Nächten ins Haus holen
Oktober bis NovemberKurztagtäglich etwa 14 Stunden völlig dunkel
ab Dezemberneue FärbungPflege wie in der ersten Schauzeit
Der Jahreslauf eines Weihnachtssterns, der mehrere Jahre bleiben soll
Der Jahreslauf eines Weihnachtssterns, der mehrere Jahre bleiben soll

Sonderfälle: Blattfall, Kälteschaden und Weihnachtsstern in der Vase

Die folgende Tabelle hilft bei der Diagnose, wenn mit der Pflanze etwas nicht stimmt.

AnzeichenWahrscheinliche UrsacheWas jetzt hilft
grüne Blätter fallen plötzlich abKälte oder Zugluft in den Tagen davorwärmer und geschützt stellen, Gießrhythmus nicht ändern
Pflanze welkt, Erde ist nassStaunässe, beginnende Wurzelfäuleaustopfen, Wurzeln prüfen, Ballen abtrocknen lassen
Blätter hängen schlaff, Topf ist leichtTrockenheitTauchbad
untere Blätter werden nach und nach gelbLichtmangel oder Ende der Saisonhellerer Platz
Blätter fein gesprenkelt, GespinsteSpinnmilbenabduschen, Luftfeuchte erhöhen
kleine weiße Insekten fliegen beim Berühren aufWeiße FliegeGelbtafeln aufhängen, stark befallene Blätter entfernen

Sind beim Austopfen die meisten Wurzeln braun und matschig, lässt sich die Pflanze kaum noch retten. Gesunde Wurzeln sind hell und fest.

Kälteschaden nach dem Einkauf

Wirft ein frisch gekaufter Weihnachtsstern nach wenigen Tagen Blätter ab, hat er häufig schon im Laden oder auf dem Heimweg Kälte abbekommen. Stellen Sie ihn warm und hell. Gießen Sie nicht mehr als vorher und düngen Sie nicht. Ob er sich fängt, zeigt sich in den folgenden ein bis zwei Wochen. Werden die Stängel weich, ist die Pflanze verloren.

Gestecke vor der Haustür und im kalten Treppenhaus

Weihnachtssterne in Außengestecken oder im ungeheizten Hausflur sind Deko für kurze Zeit. Bei Frost überstehen sie nicht einmal wenige Tage. Wer im Winter Kübelpflanzen kühl unterbringt, etwa den Olivenbaum bei 5 bis 10 Grad oder die Geranien im hellen Keller, sollte den Weihnachtsstern auf keinen Fall dazustellen. Für ihn ist dieser Bereich zu kalt.

Schnittstiele in der Vase

Abgeschnittene Weihnachtssterne halten in der Vase einige Tage. Damit der Milchsaft die Leitungsbahnen nicht verklebt, tauchen Sie die frischen Schnittstellen einige Sekunden in heißes Wasser und stellen sie dann in lauwarmes Vasenwasser. Die Mutterpflanze nimmt das Schneiden in der Blütezeit allerdings übel. Für Schnittstiele eignen sich daher Pflanzen, die Sie ohnehin nicht behalten wollen.

Trauermücken in der Erde

Kleine schwarze Mücken, die beim Gießen aus dem Topf aufsteigen, sind ein Zeichen für dauerhaft feuchte Erde. Lassen Sie den Ballen zwischen den Wassergaben stärker abtrocknen. Damit verschwindet meist auch das Problem, denn die Larven brauchen nasses Substrat.

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