Schalotten anbauen: im März stecken, ab Juli ernten
Schalotten wachsen aus Pflanzzwiebeln fast von selbst. Entscheidend sind ein flacher Pflanzschnitt, genug Abstand und der richtige Erntemoment. Hier steht der Ablauf vom Beet bis zur Lagerung.
Von Redaktion Gartenkunde · Veröffentlicht am 02. November 2026 · 8 Min. Lesezeit

Schalotten anbauen gelingt am sichersten mit Pflanzzwiebeln, die Sie ab Anfang März in lockeren, abgetrockneten Boden stecken. Halten Sie 15 bis 20 Zentimeter Abstand und setzen Sie die Zwiebeln so flach, dass die Spitze herausschaut. Geerntet wird im Juli oder August, sobald das Laub vergilbt und umkippt.
Aus jeder gesteckten Zwiebel wächst ein Nest aus mehreren Tochterzwiebeln. Wie viele es werden, hängt von Sorte und Größe der Pflanzzwiebel ab. Bei Steckschalotten sind es meist etwa fünf bis zwölf. Deshalb brauchen Schalotten mehr Platz in der Reihe als normale Steckzwiebeln, und genau hier passieren die meisten Fehler.
Beet vorbereiten im Herbst davor
Schalotten wollen volle Sonne und einen Boden, durch den Wasser schnell abläuft. In nassem, verdichtetem Lehm faulen die Zwiebeln im Sommer von unten her an. Lockern Sie schwere Böden im Herbst tief und arbeiten Sie Sand oder reifen Kompost ein. Wer langfristig an der Struktur arbeiten will, findet bei der Bodenverbesserung mit Terra preta einen Ansatz, der allerdings Jahre braucht.
Als Schwach- bis Mittelzehrer kommen Schalotten mit wenig Dünger aus. Etwa zwei bis drei Liter reifer Kompost je Quadratmeter genügen. Frischen Mist sollten Sie weglassen, er fördert Fäulnis. Auch späte Stickstoffgaben schaden: Die Zwiebeln werden dann weich und halten im Lager schlechter.
Wichtiger als Dünger ist die Fruchtfolge. Auf einem Beet, auf dem in den letzten drei bis vier Jahren Zwiebeln, Lauch oder Knoblauch standen, sammeln sich Krankheitserreger und Zwiebelfliegen im Boden. Suchen Sie sich lieber eine andere Fläche.
Pflanzzwiebeln oder Samen: Entscheidung im Winter
Für den Hausgarten sind Pflanzzwiebeln der einfachere Weg. Sie wachsen zuverlässig an und bilden schon im ersten Jahr die typischen Nester. Kaufen Sie mittelgroße, feste Zwiebeln ohne weiche Stellen und ohne Schimmel am Wurzelboden.
Schalotten aus Samen sind günstiger. Sie bilden im ersten Jahr aber meist nur eine oder wenige Zwiebeln pro Pflanze. Gesät wird ab März direkt ins Beet oder ab Februar in Multitopfplatten auf der Fensterbank, mit späterem Vereinzeln auf etwa 10 Zentimeter. Lohnend ist die Aussaat vor allem bei den langen Bananenschalotten, die es fast nur als Saatgut gibt.
Schalotten stecken ab Anfang März, sobald der Boden abgetrocknet ist
Der Kalender ist weniger wichtig als der Boden. Sobald er nicht mehr an der Hacke klebt, kann gepflanzt werden, je nach Region also von Anfang März bis in den April. Schalotten vertragen Nachtfröste nach dem Stecken gut. Kalte, nasse Erde direkt nach dem Austrieb erhöht allerdings das Risiko, dass Pflanzen später schossen.

So gehen Sie vor:
- Ziehen Sie flache Rillen im Abstand von 25 bis 30 Zentimetern.
- Drücken Sie die Zwiebeln mit dem Wurzelboden nach unten alle 15 bis 20 Zentimeter in die Erde.
- Bedecken Sie sie nur so weit, dass etwa das obere Drittel mit der Spitze frei bleibt.
- Drücken Sie die Erde rundherum fest und gießen Sie einmal kräftig an.
Zu tief gesteckte Schalotten bilden lange Hälse und bleiben kleiner. Zu enge Abstände rächen sich im Juli: Die Nester drücken gegeneinander, das Laub trocknet schlecht ab, und Pilzkrankheiten haben leichtes Spiel.
| Kenngröße | Richtwert |
|---|---|
| Pflanzzeit Frühjahr | Anfang März bis April, je nach Bodenzustand |
| Pflanzzeit Herbst | Oktober, nur winterharte Sorten |
| Abstand in der Reihe | 15 bis 20 cm |
| Reihenabstand | 25 bis 30 cm |
| Pflanztiefe | Spitze und oberes Drittel bleiben frei |
| Pflanzzwiebeln je Quadratmeter | etwa 16 bis 27, je nach gewähltem Abstand |
| Kompost je Quadratmeter | etwa 2 bis 3 Liter, im Herbst eingearbeitet |
Herbstpflanzung im Oktober für eine Ernte ab Juni
Manche Sorten sind für das Stecken im Herbst ausgewiesen. Sie wurzeln vor dem Winter ein und starten im Frühjahr mit Vorsprung, die Ernte beginnt dann oft schon im Juni. In milden Lagen mit durchlässigem Boden funktioniert das gut.
Auf schweren, im Winter nassen Böden faulen viele Zwiebeln dagegen bis zum Frühjahr weg. Auch in rauen Lagen mit Kahlfrost fallen Pflanzen aus. Eine dünne Mulchschicht aus Laub oder Stroh mildert das, rettet aber kein staunasses Beet. Prüfen Sie beim Kauf, ob die Sorte ausdrücklich für die Herbstpflanzung gedacht ist.
Pflege von April bis Juni: hacken und sparsam gießen
Schalotten wurzeln flach und haben schmales, aufrechtes Laub. Unkraut wächst ihnen deshalb schnell über den Kopf und nimmt Wasser weg. Hacken Sie regelmäßig, aber nur oberflächlich, damit die Zwiebelnester nicht verletzt werden.
Gegossen wird nur bei längerer Trockenheit im Frühjahr, wenn die Pflanzen Laub aufbauen. Gießen Sie dann morgens und auf den Boden, nicht über die Blätter. Sobald im Juli das Laub an den Spitzen gelb wird, stellen Sie das Gießen ganz ein. Die Zwiebeln reifen nur in trockener Erde richtig ab.
Das grüne Laub können Sie in kleinen Mengen wie Schnittlauch nutzen. Jedes geschnittene Blatt fehlt der Pflanze aber beim Aufbau der Zwiebeln. Wer große Schalotten möchte, lässt das Laub stehen.
Als Mischkultur werden oft Möhren empfohlen, weil sich Möhrenfliege und Zwiebelfliege gegenseitig fernhalten sollen. Die Wirkung ist gering und unzuverlässig. Gegen beide Fliegen hilft nur ein Netz. Ungünstige Nachbarn sind nach alter Gärtnererfahrung Bohnen und Erbsen.
Schalotten im Topf anbauen ab März
Auf dem Balkon klappt der Anbau in Kübeln, Balkonkästen oder Pflanzsäcken. Das Gefäß sollte mindestens 20 Zentimeter tief sein und ein Abzugsloch haben, denn stehendes Wasser im Topf ist der häufigste Grund für faulende Zwiebeln. Füllen Sie unten eine dünne Schicht Blähton ein und darüber Gemüseerde, die Sie mit etwa einem Viertel Sand mischen.
Im Topf dürfen die Abstände etwas enger ausfallen, etwa 10 bis 15 Zentimeter. In einem Kübel mit 30 Zentimetern Durchmesser finden so drei bis vier Pflanzzwiebeln Platz. Topferde trocknet schneller aus als Beeterde, gießen Sie also öfter, aber nie so viel, dass Wasser im Untersetzer steht. Rechnen Sie mit kleineren Nestern als im Beet.
Ernte im Juli und August, wenn das Laub umfällt
Reif sind Schalotten, wenn das Laub zu etwa zwei Dritteln vergilbt ist und von selbst umkippt. Bei Frühjahrspflanzung ist das meist zwischen Mitte Juli und August der Fall. Knicken Sie das Laub nicht vorzeitig um, das stört die Reifung.

Heben Sie die Nester an einem trockenen Tag mit der Grabegabel an und ziehen Sie sie heraus. Lassen Sie die Nester zunächst zusammen. Bei sonnigem, trockenem Wetter können sie einige Tage auf dem Beet liegen. Droht Regen, legen Sie sie unter ein Dach.
Das frei gewordene Beet muss nicht brachliegen. Im Spätsommer passen schnellwachsende Kulturen als Nachfrucht, zum Beispiel Mairübchen, die als Herbstrüben bis in den Oktober wachsen.
Trocknen und lagern bis ins Frühjahr
Nach der Ernte trocknen die Schalotten ein bis zwei Wochen an einem luftigen, schattigen Ort nach, etwa im Schuppen auf einem Gitter. Fertig sind sie, wenn das Laub raschelt und die äußeren Schalen papierartig knistern. Erst dann teilen Sie die Nester, schneiden das Laub auf etwa zwei bis drei Zentimeter ab und entfernen lose Erde.
Gelagert wird trocken und luftig in Netzen, Körben oder flachen Kisten. Ideal ist ein kühler Raum knapp über dem Gefrierpunkt bis etwa 5 Grad mit trockener Luft. Ein feuchter Keller, in dem Kartoffeln richtig lagern, ist für Schalotten zu nass, dort treiben sie aus oder schimmeln. Halten Sie Abstand zu Obst; wie Sie Äpfel richtig lagern, steht in einem eigenen Beitrag.
Gut abgetrocknete Schalotten halten sich meist deutlich länger als Speisezwiebeln, oft bis ins Frühjahr. Sortieren Sie Zwiebeln mit dicken Hälsen oder Druckstellen gleich aus und verbrauchen Sie sie zuerst.
Eigene Pflanzzwiebeln für das nächste Jahr
Wählen Sie beim Teilen mittelgroße, feste Schalotten aus gesunden Nestern. Die größten gehören in die Küche, weil große Pflanzzwiebeln eher schossen. Lagern Sie das Pflanzgut getrennt und kühl.
Diese Nachzucht funktioniert einige Jahre, aber nicht unbegrenzt. Schalotten werden über Zwiebeln vermehrt und tragen Viren deshalb von Generation zu Generation weiter. Werden die Nester kleiner oder zeigt das Laub gelbe Streifen und Kräuselungen, ist es Zeit für frisches, zertifiziertes Pflanzgut.
Sorten: runde, lange und Samen-Schalotten
Bei Steckschalotten unterscheiden Gärtner runde und längliche Typen. Die runden gelten als robust und gut lagerfähig, die länglichen französischen Typen sind in der Küche beliebt, weil sie sich leicht schälen und gleichmäßig schneiden lassen. Das Angebot wechselt von Jahr zu Jahr, achten Sie daher eher auf Typ und Pflanzzeit als auf einen bestimmten Namen.
| Sorte | Form | Schale | Vermehrung |
|---|---|---|---|
| 'Jermor' | länglich | kupferfarben | Pflanzzwiebel |
| 'Longor' | länglich | kupferbraun | Pflanzzwiebel |
| 'Red Sun' | rund | rotbraun | Pflanzzwiebel |
| 'Golden Gourmet' | rund | gelb | Pflanzzwiebel |
| 'Zebrune' | lang, Bananenschalotte | bräunlich-rosa | Samen |
Für die Herbstpflanzung geben die Anbieter eigens geeignete Sorten an. Verwenden Sie dafür nicht einfach Frühjahrsware.
Die drei häufigsten Probleme bei Schalotten
Zwiebelfliege: welkes Laub, Maden in der Zwiebel
Die Weibchen legen ihre Eier am Grund der Pflanzen ab, die Maden fressen sich in die Zwiebel. Das Laub wird gelb, welkt, und die Pflanze lässt sich mühelos aus der Erde ziehen. Unten zeigt sich dann eine matschige, oft übel riechende Zwiebel mit weißlichen Maden. Ziehen Sie befallene Pflanzen sofort heraus und entsorgen Sie sie im Hausmüll, nicht auf dem Kompost. Wirksam vorbeugen lässt sich nur mit einem engmaschigen Kulturschutznetz, das Sie direkt nach dem Stecken auflegen und rundherum dicht abschließen.
Falscher Mehltau: grauvioletter Belag bei feuchtem Wetter
Bei längeren feuchten Phasen im Frühsommer erscheinen auf dem Laub hellere Flecken mit grauviolettem Pilzrasen. Später knicken die Blätter ab und sterben von der Spitze her ab. Die Zwiebeln bleiben klein und lagern schlecht. Einmal stark befallene Bestände lassen sich im Hausgarten kaum noch retten. Ernten Sie dann früher und verbrauchen Sie diese Schalotten zuerst. Vorbeugend helfen weite Abstände und ein sonniger, luftiger Standort. Gießen Sie nie über das Laub.
Schossen: Blütenstängel statt dicker Zwiebeln
Treibt eine Schalotte einen runden, festen Stängel mit Blütenknospe, steckt sie ihre Kraft in die Blüte. Auslöser sind meist Kälteperioden nach dem Austrieb oder sehr große Pflanzzwiebeln. Brechen Sie den Stängel so früh wie möglich ab. Die Zwiebel wächst weiter, bekommt aber einen harten Kern und hält sich nicht lange. Markieren Sie solche Pflanzen und nehmen Sie sie nie als Pflanzgut für das nächste Jahr.
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